3 Gründe warum Gott schweigt

3 Gründe warum Gott schweigt

Ich hatte einen meiner dunkelsten Momente in meinem Leben als ich 27 Jahre alt war. Es war einer dieser verwirrenden Zwischenfälle, bei denen es aussieht als hätte Gott versagt, bei denen es hart zu glauben ist, dass Gott gut ist und alles im Griff hat. Alles was ich über Gott geglaubt habe fiel auseinander.

Du weißt wie sich das anfühlt.

Du bist einen einsamen Berg hochgestapft, hast im Schneidersitz fünf Stunden lang mit deiner Bibel im Schoß gesessen und konzentriert gebetet bis deine Kniegelenke vor Schmerz geschrien haben.

Oder du hast endlos lange vor dem Altar gekniet, die Heilige Schrift gelesen und deine Gebete wiederholt; du hast während jeder Predigt, Liturgie und Andacht die du finden konntest gefragt, gesucht und angeklopft.

Du hast im Glauben und der Erwartung gewartet, Hallelujas gerufen, leise Amens geflüstert und wieder und wieder ehrfurchtsvoll das Vaterunser gefleht.

Einige Dinge die du bedenken solltest wenn deine Gebete scheinbar nicht beantwortet werden.

Und da ist Nichts. Gar Nichts. Der Himmel ist eiskalt. Der Äther ist verstummt. Dem himmlischen Internet sind die Daten ausgegangen.

Was in aller Welt geht hier vor? Warum sagt Gott nichts?

An diesem Punkt könnte man ins Detail gehen mit dem, was die Alten mystisch-poetisch als „Die dunkle Nacht der Seele“ nannten oder wie Gottes Stille eine himmlische Strategie ist, um uns näher zu ihm hin zu ziehen. Aber auch wenn ich das grübeln liebe, sollten wir erst mal überprüfen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, die ausprobiert und getestet werden sollten, wenn Gott in meiner eigenen Gottes-Gespräch-Reise nicht redet.

Hier sind drei Möglichkeiten die man immer in Betracht ziehen sollte, wenn Gott zu schweigen scheint:

Er hat bereits gesprochen aber ich habe nicht zugehört.

Das ist die wahrscheinlichste Option. Wir hören nicht zu, weil uns nicht gefällt was er gesagt hat. Es hat nicht genug Schmackes oder er hat nicht das gesagt, was wir hören wollten. Es gab Zeiten in denen ich etwas von Gott gehört habe und es vielleicht sogar aus dem Stegreif in meinem Tagebuch aufgeschrieben habe, aber in meiner Verzweiflung, eine bessere Antwort zu bekommen, habe ich es sofort wieder verdrängt. Erst Wochen später wenn, mein News Feed bei Facebook langweilig wurde, habe ich das Aufgeschriebene neu entdeckt und realisiert, das es wert war, beachtet zu werden.

Ich habe auf seine letzte Antwort nicht reagiert.

Gottes Wort ist wie Essen: Wir können es nicht einfach kauen und ausspucken, wir müssen es schlucken und verdauen damit es ein Teil von uns wird. Das braucht Zeit und Anstrengung. Es erfordert Handeln – über sein Wort nachdenken, befolgen, was er sagte, sein Wort in unserem Leben ausleben. „Dabei sagte er: „Iss dieses Buch, und fülle deinen Bauch damit!“ Ich aß es, und es schmeckte süß wie Honig.“ (Hesekiel 3,3 HfA) Sein Wort muss unsere Herzen erfüllen bevor wir mehr erhalten können.

Vielleicht haben wir aber sogar zugehört – aber zuhören ist in Gottes Wirtschaftssystem nicht gleich hören. Zuhören heißt in vollem Umfang begreifen was er gesagt hat.

Ich bin noch nicht bereit seine Antwort zu hören.

Also hab ich das getan, was alle in Zeiten wie diesen tun. Ich habe laut „Warum?“ geschrien mit langem und lautem Nachhall. Gott hat letztendlich gesprochen, aber was er sagte, hat meine Frage nicht beantwortet. Seine Nachricht spiegelte eher Jesu Ansprache an seine Jünger bei seiner Verabschiedungsrede wieder: „Ich hätte euch noch viel mehr zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht begreifen.“ (Johannes 16,12 HfA). „Du kannst meine Absicht in dieser Sache nicht verstehen. Du kannst nicht bekommen, was ich für dich habe. Du bist wie ein Drittklässler, der versucht den Satz des Pythagoras zu verstehen. Erst mal musst du deinen Zeitplan zu Ende lernen.“ Gottes Weisheit bedeutet nicht nur zu wissen was er zu sagen hat, sondern auch zu warten bis er spricht. Wenn Gott den Anschein erweckt heute zu schweigen, dann darf dich das Wissen um Gottes Charakter und seine Versprechen beruhigen. Seine liebende Güte versagt nie, auch wenn wir sie im Moment nicht fühlen können.

Und jetzt?

Überprüfe dich selbst. Bist du vorbereitet zu hören was Er dir sagen will? Hast du auf seine letzte Antwort reagiert? Es mag sein, dass wir auf ihn warten…aber manchmal ist auch er derjenige, der auf uns wartet.
Es hat ein ganzes weiteres Jahr gedauert bis Gott endlich meine Frage beantwortet hat. Bis dahin war ich reif genug um seine Sicht zu verstehen. Ich war bereit zu hören, was er sagt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.