4 Eigenschaften eines guten Leiters

4 Eigenschaften eines guten Leiters

Was macht einen guten Leiter aus? Da gibt es sehr viele Faktoren. Vier, die mir zur Zeit besonders wichtig sind, möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen:

 

Ein guter Leiter traut anderen genug zu
Wir alle erinnern uns am Menschen, die uns mal etwas zugetraut haben. Der eine durfte ein teures Auto fahren, der andere ein besonderes Werkzeug benutzen, und wieder andere durften herausragende Aufgaben auf großen Veranstaltungen übernehmen. Eine besondere Aufgabe wurde uns übergeben, mit der uns nicht viele betraut hätten.

Wenn ich an solche Leute in meinem Leben denke, freue ich mich darüber, dass sie mir begegnet sind. Sie haben positive Spuren hinterlassen und wurden oft zu Menschen, mit denen ich mich gerne identifizierte. Je größer die anvertraute Aufgabe war, desto mehr bin ich daran gewachsen.

Als Leiter ist es so wichtig, dass wir anderen immer genug zutrauen. Für manche ist es gar nicht so einfach. Sie befürchten, dass Schaden entsteht oder Abläufe nicht reibungslos funktionieren. Hier muss man die Prioritäten einfach mal klar kriegen: Will ich eine perfekte Veranstaltung, oder will ich einzelne Menschen fordern und damit fördern?

In 1. Samuel 17,33 sagte Saul zu David, dass er’s nicht drauf habe gegen Goliat anzutreten, weil er noch zu jung ist! – Mal ehrlich: So ein Leiter wie Saul will doch keiner sein. Was war Sauls Problem als Leiter? Er verglich den jugendlichen David mit einem vollausgebildeten Elitesoldaten. Er stellte klein neben groß, machte sich eine Pro & Kontra Liste, bei der er das Potential Davids und Gottes Wirken von vornherein ausschloss. Er ignorierte die geistliche Dimension, weil er nicht sensibel dafür war. Ein oberflächlicher Leiter ohne Sinn für Gottes Pläne mit den Leuten.

Ich denke, dass ein guter Leiter immer im Gespräch mit Gott über seine Anvertrauten ist. Er fragt ihn nach seinen Gedanken zu den Leuten – mit dem Ziel die Leute so zu sehen, wie Gott sie sieht. Er ist nicht oberflächlich, sondern sieht immer das Herz der Leute an.

 

Ein guter Leiter lobt ehrlich
Vor einigen Jahren hatte ich auf einer Leiterschulung ein Aha-Erlebnis: Man sagte uns, was die zwei wichtigsten Dinge für junge Menschen sind. Es sind Sicherheit und Anerkennung. Für Leiter ist es eine Sache, die gelernt sein will: Loben zieht nach oben. Und loben kann man ja nur Dinge, die man sieht und für die man Wertschätzung übrig hat.

Du lobst zu wenig? Und möchtest deine Skills in diesem Bereich ausbauen? Dann fang bei deinen Augen an. Achte auf Kleinigkeiten:

  • Wer bleibt länger da um nach der Jugendstunde aufzuräumen?
  • Wer nimmt sich Zeit um mal mit jemandem zu reden, der nicht zu seiner Clique gehört?
  • Wer schaut darauf, dass jeder einen Platz bekommt, und holt notfalls noch mehr Stühle?
  • Achte auf Kleidung, Frisuren, Stimmungen und Gefühle!

Und wenn Du’s gesehen hast, bring deine Wertschätzung zum Ausdruck: „Ich habe gesehen, dass du dich um das rausbringen des Mülls gekümmert hast, das finde ich voll cool von dir!“ Und ehe du dich versiehst, hast du eine neue Müllabfuhr! 🙂

 

Ein guter Leiter merkt sich Namen
Du kommst zum zweiten Mal in eine Jugendgruppe und der Jugendleiter begrüßt dich. Welche Begrüßung findest du besser:
– „Hey Du, cool, dass Du da bist!“
– „Hey Andy (bzw. dein Name), cool, dass Du da bist!“

Die Sache ist klar. Die Sympatie für den Leiter, der sich noch an deinen Namen erinnert hat wird größer sein. Du warst ihm wichtig, sonst hätte er deinen Namen vergessen.

 

Ein guter Leiter ist ein Sinnbild für Integrität
Er redet von großartigen Dingen, und lässt andere von seiner Vision träumen. Er zeigt eine klare Haltung im Leben auf. Und das beste von allem: Er handelt auch nach seinen Worten. „Gesagt, getan“ ist das Motto eines integren Leiters. Ein solcher Leiter lebt in allen Lebensbereichen sauber: Finanzen, Sexualität, Arbeit, Beziehung zu Gott, …

Er steht zu seinen Plänen, auch wenn sie angegriffen werden. Er lässt sich nicht von Lust und Gefühlen steuern, sondern zieht Pläne konsequent durch. Bei ihm wissen die Leute woran sie sind. Solche Menschen sind die Felsen einer Gruppe auf die verlass ist.

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

3 Comments

  1. Rolf

    Hi!

    Danke für die Auflistung – ich stimme (fast) komplett zu!

    Ich finde den letzten Punkt nur etwas utopisch. Da zeichnest du ein Traumbild von einem Leiter. Wer wir so einen Leiter haben, dann können wir uns glücklich schätzen. Wir könnten eine wahnsinnig erfolgreiche Arbeit aufbauen, die langfristig wächst, Früchte trägt und viele, viele Herzen anregt.

    Mit großer Wahrscheinlichkeit wachen wir aber am nächsten Morgen auf und stellen fest, dass es nur ein schöner Traum war…

    Ich finde stattdessen wichtiger, dass ein Leiter offen und aufrichtig mit seinen Fehler umgeht und vorlebt, wie man an ihnen arbeiten kann.

    Das berührt die Lebenswirklichkeit der Gruppenteilnehmer viel mehr – es lässt sie lernen an einem Vorbild, dass nicht unerreichbar ist, sondern dass zeigt: auch ich kann an meinen Unzulänglichkeiten arbeiten.

    was denkst du?

    LG,
    Rolf

  2. Andy

    Hallo Rolf,

    Du hast Recht: Einen 100% perfekten Leiter gibt es nicht. Bei der Aussage, dass ein authentischer Leiter wichtig ist, muss ich dir voll zustimmen.

    Sprüche 26,7 beschreibt noch gut wie eine Person ist, die keinen Wert auf Integrität legt (Hier die ESV):

    „Like a lame man’s legs, which hang useless, is a proverb in the mouth of fools.“

    Fazit: Ein integrer Leiter ist ein authentischer, ehrlicher an sich arbeitender Leiter. Hat er eine der drei Dinge aufgegeben, ist er nicht mehr integer.

    Haben wir hier nen gemeinsamen Nenner gefunden?

    lG
    Andy

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