5 Dinge die wir tun anstatt das Wort zu predigen

5 Dinge die wir tun anstatt das Wort zu predigen

Ich wünschte, ich könnte sagen dass die meisten Pastoren das Wort predigen. Aber das kann ich nicht – denn einige tun es nicht. Hier sind fünf Dinge für die sich viele anstatt das Wort zu predigen entscheiden:

1. UNTERHALTEN

„Musik, Thaterstücke, Videoclips, gefühlte Bedürfnisse, Themen, mehr Geschichten“

Keines dieser Dinge ist falsch – es sei denn sie ersetzen das Predigen des Wortes Gottes. Einige Lehrer werden euch erzählen, dass du Geschichten in deinen Predigten erzählen musst, weil sich die Leute sonst langweilen. Mir ist aber nicht langweilig. Und wenn du nicht gelangweilt bist, wird niemand von dir gelangweilt. Kannst du Gottes Wort und eine Gruppe von Menschen zu fassen bekommen und sie dazu bringen dir zuzuhören, weil du etwas wichtiges zu sagen hast?

Bist du gelangweilt? Die größte Sünde im Dienst ist es Menschen mit der Bibel zu langweilen. Martyn Lloyd-Jones sagte: „Predigen ist Theologie die durch einen brennenden Mann kommt. Ein Mann der über diese Dinge ohne Leidenschaft sprechen kann, hat kein Recht sich auf einer Kanzel aufzuhalten; und ihm sollte dieses Recht auch nie gegeben werden.“

Du musst das Wort Gottes in die Hände nehmen, lass es dein Herz durchdrängen durch die Kraft des Heiligen Geistes. Und geh dann mit einer Botschaft zu deiner Gemeinde.

Und wenn dann noch eine Geschichte dazu passt, dann würde ich sie erzählen bevor ich mich wieder hinsetze. Aber mach mir das nicht unbedingt nach – das ist eher mein Ding. Und wenn Leute nach der Predigt zu dir kommen und sagen: „Ich liebe die Geschichte, die du erzählt hast,“ dann sollte dich das verrückt machen. Wirklich, ist das alles was ich bin? Bin ich ein Geschichtenerzähler? Das Evangelium von Jesus Christus ist die Hauptgeschichte, die du erzählen solltest.

2. TEILEN

„Es gibt da einige Dinge, die ich heute mit euch teilen möchte …“

Seit wann ist der Mann Gottes irgendeine Dr. Phil und Oprah Winfrey Kombination? Von dir wird erwartet die Botschaft zu proklamieren. Wenn du nicht predigst, kommt keine Herrlichkeit herab. Du musst die Herrlichkeit vom Himmel herunter predigen – die Leute brauchen ein Wort von Gott.

3. WERBEN

„Vorsichtig, vorsichtig, bloß nicht angreifen, immer alle glücklich machen, nie Druck aufbauen, bloß einen kleinen Stupser mit der Wahrheit wenn sie bereit sind es aufzunehmen.“

Das Predigen des Evangeliums wurde so verwässert, dass nicht mal mehr die „Nicht-Erwählten“ es ablehnen können. Wenn es bei dir keine Leute gibt, die aus deinem Dienstumfeld mit den Worten gehen: „Das ist ein schweres Wort, wer kann es akzeptieren?“ – Dann hast du keinen Dienst wie Jesus ihn hatte. Ich hasse den Gedanken, dass wir so schlau und intellektuell sein können, dass wir das anstößige aus dem Evangelium ausbauen. Es ist Torheit denen die verloren gehen; und für die Kraft Gottes für die, welche gerettet werden. Denen die verloren gehen ist es ein Geruch zum Tode; Und für die, die gerettet werden ist es ein Geruch zum Leben.

Hör‘ zu, Prediger: Wenn du kein Geruch zum Tode für diejenigen sein möchtest, die verloren gehen, dann kannst du auch nie ein Geruch zum Leben für diejenigen sein, die gerettet werden. Deshalb ist predigen harte Arbeit.

4. Intellektualisieren

„Ich habe das durchdacht und in den Grundsprachen erforscht …“

Wir sollen Gott mit unserem Herzen, Seele, Verstand und Kraft lieben. Und eine Predigt, die bei den Schultern aufhört, ist mangelhaft. Eine gute Predigt muss mich bewegen – sie muss mich zum Handeln bringen – Gedanken, Emotionen und der Wille. Wenn du bloß ein theologisches Konstrukt predigst, dann verhaust du‘s.

Hör auf das Gerüst um die Bibel herum zu predigen und fang damit an das Wort zu predigen, das was Gott tatsächlich sagt.

Johannes Calvin sagte „Gott gewährt sich die Münder und Zungen von Männern zu erhalten, damit seine Stimme in ihnen wiederhallt.“ Dein Predigen hat die Spitze erreicht, wenn deine Hörer vergessen haben, dass du es bist, der da vor ihnen steht – und Gottes Geist durch dich die Herzen bewegt. Ich befürchte, dass wir das völlig aus den Augen verloren haben.

5. Abkürzen

“Zwanzig-Minuten Predigten”

Ich weis nicht, wie es in deiner Gemeinde aussieht, aber bei uns ist es so, dass es fünf Minuten dauert die Ausrüstung aufzubauen und weitere fünf bis zehn Minuten alles wieder abzubauen. Wenn du bloß zwanzig Minuten predigst, hast du fünf Minuten um an den Herzen zu arbeiten (to drill). Du gehst nicht sehr tief, oder? Es braucht etwas Zeit. „Wer euch hört, der hört mich.“ Lukas 10,16

„Wer euch hört,“ sagt Jesus, „hört mich.“

Da ist kein Stolz, oder? Es macht einen demütig. Es ist ein zerdrückendes Gewicht, nicht wahr? Ich sage Leuten dass die wöchentliche Vorbereitung einer Predigt der Schmelzofen meiner Heiligung ist. Mache es dir nie zur Gewohnheit auf die Kanzel zu steigen, wenn die Dinge nicht überall geklärt sind. Das alleine wird dich schon auf den richtigen Weg setzen. „Wer euch hört, der hört mich“ sagt Jesus. Ich liebe diese Herausforderung – diese Person zu sein.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf TheResurgence und wurde mit freundlicher Genehmigung für Holynotes.de übersetzt.

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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