5 Fragen an Heinz Janzen, Leiter von Lead 222

5 Fragen an Heinz Janzen, Leiter von Lead 222

Hallo Heinz,

dein Name fällt, wenn es in den Gesprächen um LEAD222, den YouthPod, die Coaching Sails oder die Tools Jugendkonferenz geht. Das sind alles Elemente, die für das Daily Business eines Jugendleiters sehr wichtig sind. Daher freuen wir uns sehr, dich heute im Bereich Jugendarbeit interviewen zu dürfen!

1. Kannst Du uns mal erklären, was genau LEAD222, der YouthPod und Coaching Sails sind und welche Ziele du mit diesen Arbeiten hast?

Heinz Janzen

Heinz Janzen

Lead222Lead222 ist ein internationales Coaching und Mentoring Netzwerk für Jugendleiter. Unsere Vision ist es, durch eine Mentoring-Kultur die Jugendarbeit zu verändern. Bei Lead222 bauen wir eine einzigartige Gemeinschaft von Jugendleitern auf, die sich gegenseitig im Charakter und in ihren Kompetenzen fördern. Dazu bieten wir intensives Coaching für Jugendleiter und Mitarbeiter an. Wer sich z.B. zum Jahrescoaching anmeldet wird jeden Monat persönlich gecoacht und ist zu regelmäßigen Gruppencoachings mit anderen Jugendleitern eingeladen.

Darüber hinaus gibt es den Lead222 YouthPod – einen Podcast für engagierte Mitarbeiter in der Jugendarbeit. In diesem Audiojournal geht es um aktuelle Themen und innovative Ideen aus der christlichen Jugendszene. Den Zuhörer erwarten spannende Interviews mit inspirierenden Pastoren und einflussreichen Leitern. Den YouthPod gibts auf iTunes (Audio) oder auf Youtube.

CoachingSails: CoachingSails ist Coaching für Jugendleiter auf dem Segelboot.
Dabei erleben die Teilnehmer eine besondere Mischung aus fachlichem Input, persönlichem Coaching und emotionalen Erlebnissen. Jenseits von Stress, Lärm, Reizüberflutung und Multitasking suchen wir Antworten auf die aktuellen Fragen in der Jugendarbeit. Segeln, Gesprächsangebote, fachliche und geistliche Inputs bieten eine breite Palette an Möglichkeiten, sich auszuprobieren und sich weiter zu entwickeln. CoachingSails ist Segeln und gute Gemeinschaft, doch inhaltlich dreht sich dabei alles um Jugendarbeit. Im Einzelcoaching kann jeder Jugendleiter mit einem Coach über seine persönlichen Bedürfnisse, Strategien und Ziele und die seiner Jugendarbeit sprechen. Damit alle auch voneinander profitieren können, bieten wir auch Gruppencoachings an. Jeder wird herausgefordert, einzigartige Erfahrungen zu teilen. Teams, die gemeinsam an Bord sind, können hier ihre speziellen Themen auspacken. Unsere Teachings und Workshops bieten den Teilnehmern die Möglichkeit, sich gezielter inspirieren und qualifizieren zu lassen. Dabei geht es um Themen aus den Bereichen Leitung, geistliches Leben, Selbstmanagement, Jugendkultur u.v.m. Dieses Jahr ist Kurt Johnston als Coach an Bord. Kurt ist seit 1988 in der Jugendarbeit. Er ist der Nachfolger von Doug Fields in der Saddleback Gemeinde, Kalifornien.

Tools-Jugendkonferenz: November letzten Jahres haben wir mit der Tools-Jugendkonferenz unsere Konferenzarbeit gestartet. Tools bietet dir als als Jugendmitarbeiter reichlich Equipment für Deine ganz persönliche Werkzeugkiste in der Jugendarbeit und inspiriert Dich zu einem eigenen Verständnis von Leiterschaft und Verantwortung. Tools lebt von Perspektiven-Vielfalt und ehrlichem Austausch und richtet sich konsequent nach den Bedürfnissen der Postmoderne. Die nächste Tools-Jugendkonferenz ist im Februar 2014 geplant. Die Referate von 2012 gibt’s hier als Download.

Mentoringtage: Im November diesen Jahres werden wir an mehreren Orten in Deutschland Mentoringtage veranstalten (geplant ist München, Braunschweig, Ruhrgebiet und Mainz) Gemeinsam mit Jugendleitern und Mitarbeitern aus den Regionen sprechen wir darüber, wie wir Coaching und Mentoring in der Jugendarbeit starten können und was dabei zu beachten ist. Es wird ein sehr motivierender und praxisorientierter Tag. Infos und Anmeldung gibts bald auf Lead222.de Wer den Newsletter abonniert, ist immer auf dem Laufenden.

2. Was ist genau dein Bild von Jugendarbeit in Deutschland und wie ergänzt du es?

Seid 16 Jahren bin ich in der Jugendarbeit und durfte viele tolle Arbeiten sehen. Was in Deutschland läuft begeistert mich! Viele Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich leidenschaftlich, um die jungen Generation zu Jesus Christus zu führen. Dazu veranstalten wir viele tolle Gruppenstunden, Treffen, Events und Gottesdienste. Was uns meines Ermessens aber fehlt ist die persönliche Begleitung von Jugendlichen im Alltag. Die Wochenendangebote motivieren und begeistern, aber der Alltag, in dem Jugendliche oft alleine sind, bremst zu sehr um wirklich im Glauben weiter zu kommen und große Schritte im Glauben zu gehen. Was heißt es heute ein Jünger von Jesus Christus zu sein? Das möchte ich als Jugendlicher nicht nur hören, sondern vorgelebt sehen. Die Idee „Mentoring“ wurde von Jesus gelebt, der sich intensiv in 12 Personen investierte und wurde von Paulus und anderen weitergetragen (2.Tim 2,2). Was der Jugendarbeit in Deutschland fehlt ist eine Mentoring-Kultur. Daher setzte ich mich genau hierfür ein mit dem Ziel die Jugendarbeit dahingehende in Deutschland zu verändern.

3. Was macht Jugendarbeit für die so attraktiv?

Die Lebensphase in der sich Jugendliche und Teenager befinden, ist eine besondere Zeit der offenen Tür. Die meisten Menschen entscheiden sich in dieser Lebenszeit für Gott. Eine Zeit in der viele Weichen im Leben gestellt werden und viele Fragen beantwortet werden müssen. Was kann ich gut? Was liegt mir nicht? Welche Träume habe ich? Mit wem möchte ich mein Leben verbringen? Womit möchte ich mein Geld verdienen? Wo will ich leben? An wen glaube ich? Jungen Menschen in dieser wichtigen Zeit zu helfen das beste aus ihren Leben zu machen und die richtigen Weichen zu stellen, liegt mir sehr auf dem Herzen. Für mich gibt es in der Arbeit nichts schöneres als wenn ein junger Mensch erkennt, wie und wozu Gott ihn geschaffen hat und ich dabei helfen kann, dass er verbindlich mit Gott als Christ lebt. Jugendarbeit ist für mich die wichtigste Arbeit in der Gemeinde!

4. Was denkst Du, wo sollten wir Jugendarbeit professioneller sehen und umsetzen?

Ich glaube das wir professionell genug sind. Eine Homepage, ein Beamer und tolles Licht machen eine Jugendarbeit nicht automatisch zu einer guten Jugendarbeit. Die Frage ist doch ob wir unseren Jugendlichen wirklich helfen Jesus Christus konsequent nachzufolgen. Hier ist ein Nachmittag mit intensiven persönlichen herausfordernden Gesprächen durch einen Mentor mehr wert, als so mancher stylischer Flyer im vierfarbigen Druck von Flyerarlarm 🙂 Die Frage ist doch worin investieren wir? Zeit und Geld! Wollen wir noch professioneller werden, oder Leben verändern? Der Focus ist entscheidend. Wirklich professionell ist eine Jugendarbeit wenn sie Menschenleben verändert.

5. Was ist dein Wunsch für Jugendleiter und Jugendarbeit in Deutschland?

Deutschland hat Europa und die ganze Welt schon mehrmals nachhaltig verändert. Hier waren gute Veränderungen dabei, wie z. B. die Reformation, der Buchdruck und so manches schicke Auto :-). Leider haben wir auch sehr dunkle Seiten erlebt, die ebenfalls weltverändernd waren – und das war nicht nur Atomkraft und das dritte Reich. Auch jetzt in der aktuellen Europa Krise ist Deutschland maßgeblich an Lösungen und Entscheidungen beteiligt. Wir sind ein Land mit großem Einfluss. Ich wünsche mir, dass wir mit der Jugendarbeit in Deutschland enormen positiven Einfluss auf Jugendarbeit für ganz Europa haben und Vorreiter werden, durch eine Mentoring-Kultur die Jugendarbeit zu verändern. Vielleicht habe ich aus diesem Grund www.lead222.eu bereits reserviert 🙂

Danke Heinz, das Du unsere Fragen beantwortet hast. Für deine vielen Aktivitäten bedanken wir uns und wünschen dir für deine Arbeit Gottes Segen!

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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