5 Bereiche, die in fast jeder Jugendarbeit vernachlässigt werden

5 Bereiche, die in fast jeder Jugendarbeit vernachlässigt werden

Unsere Jugendgruppen sollen keine Museen voller Heiligen werden, sondern ein Krankenhaus, in dem verwundete Menschen Heilung von ihren Sünden erfahren.

Oft beschäftigen wir uns in unseren Jugendgruppen mit Themen wie Kreationismus, Verlierbarkeit- und Unverlierbarkeit, Vorherbestimmung und anderen Themen, die wichtig und richtig sind, aber eines verfehlen: Den Menschen im Blick. Jesus ist nicht auf diese Welt gekommen um der Star zu sein oder als Super-Theologe zu gelten (Er war es trotzdem, denn er war ja selbst Gott!), sondern um Menschen zu erretten von Ihren Sünden. Wir versäumen aus lauter Eifer um den Schein oft genau das, Menschen in ihrer Situation zu begegnen und sie mit der freimachenden Botschaft von Jesus Christus zu konfrontieren. Dabei sind wir oft blind für die wirklichen Nöte unserer Jugendlichen und verfehlen das Gesetz Christi. In Galater 6,2 steht ganz klar:

Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.

Hier sind 5 Bereiche in denen fast jede Jugend- und Gemeindearbeit Nachholbedarf hat:

1. Suchtkrankheiten

Oft haben wir ein Problem damit, wenn jemand sich eine Zigarette anzündet. Das aber einige Internet- und Pornografie-süchtig sind oder Probleme mit Alkohol und anderen Drogen haben, übersehen wir liebend gerne. Viel zu anstrengend wäre es, sich damit auseinander zu setzen. Dabei könnte manche Sucht verhindert werden wenn wir uns als große Familie verstehen würden, uns annehmen und lieben würden und einander die Lasten tragen würden.

Leider dienen die Suchterkrankungen einzelner eher als Gesprächsstoff anstatt dass sie Anlass geben die wahren Probleme dahinter herauszufinden, der Person zu begegnen und ihr zu helfen frei von der Sucht zu werden.

2. Sexualität

Sexualität ist ein Bereich der in Gemeinden und Jugendgruppen gerne in den Bereich „Privat“ geschoben wird. Es ist im Endeffekt aber nur eine Ausrede um nicht darüber reden zu müssen. Dadurch wird erreicht, dass Jugendliche ihre Infos hauptsächlich aus der Schule, den Medien und dem Freundeskreis bekommen. In der Gemeinde wird erst darüber gesprochen, wenn jemand einen Fehltritt hingelegt hat. Wen wundert es dann, wenn viele Jugendlichen auf diesem Gebiet keine klaren Vorstellungen haben, was denn Gottes Wille ist?

Wenn wir das Thema Sexualität von vorne rein ansprechen würden, müssten wir weniger Problemfälle behandeln.

Es ist nur folgerichtig, dass dieses Thema somit als Problemfälle wieder auf die Tagesordnung in Jugendgruppen und Gemeindeveranstaltungen kommt. Besser wäre jedoch, bereits von vorne rein, klar und offen über dieses Thema zu sprechen. Die Folge wären dann weniger Problemfälle, weniger Verletzungen und Schäden, die mühsam wieder behoben werden müssen.

3. Echte Zweifel

In so ziemlich jeder Jugendgruppe gibt es Menschen, selbst Leiter sind betroffen, die ernsthafte Zweifel haben. Diese Christen haben bereits alle allgemein bekannten Argumente gegen die Zweifel ins Feld geführt, kämpfen aber dennoch immer wieder damit. Sie singen mit bei den Worship-Songs, lächeln immer freundlich und verkündigen vielleicht sogar ihren Glauben offen: nur um das Gesicht zu wahren. In vielen Gemeinden und Kirchen sind Zweifel genauso wie Suchtkrankheiten ein Tabu-Thema. Dadurch wird oft versäumt wirklich Leidenden zu helfen.

Wenn ein Christ mit seinen Zweifeln alleine gelassen wird, kann das dramatische Folgen für ihn haben.

Einer der besten Wege diesem Problem zu begegnen ist aufzuhören so zu tun, als ob Glaube offensichtlich und rational nachvollziehbar ist. Jeder Christ hat immer mal wieder im Leben mit Zweifeln zu kämpfen. Wenn er damit allein gelassen wird und ihm erzählt wird, dass ein „guter“ Christ einen „großen“ Glauben hat und keine Zweifel da sein dürfen, wird er damit nur noch mehr runtergedrückt. Vielmehr sollten wir Verständnis zeigen, so wie auch Jesus Thomas gegenüber Verständnis gezeigt hat und seinen Zweifeln begegnet ist.

4. Psychische Krankheiten

In unserer Gesellschaft sind geistige Krankheiten stark am zunehmen. Wir sollten uns nichts vormachen und das so wahrnehmen. Auch in unseren Gruppen gibt es Menschen, die geistige Krankheiten haben. Dies zu verleugnen führt zu einer katastrophalen Ergebnis: Menschen, die eigentlich Befreiung und jemanden, der ihnen zuhört, bräuchten, setzen sich dadurch selbst noch mehr unter Druck. Darüber hinaus ist es auch oft der Fall, dass wir meinen alles selbst lösen zu müssen. Es ist aber wichtig auch Rat von Experten einzuholen.

Aber auch hier gilt: Vorbeugen ist oft wesentlich einfacher, wird aber viel zu selten gemacht. Jede psychologische Störung hat eine Vorgeschichte. Erfüllen wir Galater 6,2 und tragen auch diese Lasten der anderen mit, bevor sie zu einem untragbaren Problem für die Betroffenen werden. Akzeptieren wir aber auch unsere Grenzen und verweisen Hilfesuchende an Personen, die dazu besser in der Lage sind, als wir.

5. Einsamkeit

Auch in einer Gruppe von Christen gibt es viele, die einsam sind. Sie kommen Sonntag für Sonntag alleine und gehen auch wieder alleine. Alle tollen Angebote unserer Gruppen sind für sie nicht von Interesse. Was sie wirklich brauchen ist jemand, der eine Beziehung zu ihnen beginnt. Der sie anspricht und fragt, wer sie sind und wie es ihnen geht.

Punsch und Pizza machen niemanden zu einem Teil der Gruppe. Ein Gespräch hingegen schon.

Öffnen wir unsere Augen für diese Menschen um uns herum. Achten wir auf einsame Menschen und machen wir den Anfang, sie in unsere Gemeinschaften mit aufzunehmen, indem wir ein Gespräch mit ihnen beginnen. Aufnahme in eine Gruppe beginnt immer mit Kommunikation und wenn wir jemandem diese verweigern, wird er sich ganz sicher nicht aufgenommen fühlen, egal wie viel Punsch und Pizza wir den Leuten schenken.

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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