Christ sein ohne Liebe?

Christ sein ohne Liebe?

Im 1. Johannesbrief Kapitel 3,10-24 wird die Notwendigkeit unserer Liebe zu den anderen Kindern Gottes betont. Diesen Text schauen wir uns in 2 Teilen an. Im 1. Teil beantworten wir die Frage „Warum sollen wir als Christen lieben?“ und im 2. Teil, was unsere Liebe mit Heilsgewissheit, Frieden im Herzen und zu einem erfüllten Gebetsleben zu tun hat.

Der 1. Johannesbrief richtet sich an Menschen, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Dieser Glaube ist aber noch keine Garantie auf die Heilsgewissheit, Frieden im Herzen und einem erfüllten Gebetsleben. Oft stehen wir uns selbst im Weg. Johannes zeigt im 1. Johannesbrief 3,10-24 einen Schlüssel auf, um unseren Glauben neu zu beleben und ihm einen sicheren Stand zu geben.

„Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott und wer nicht seinen Bruder liebt.“ 1. Johannes 3,10b

Woran kann man erkennen, ob man ein Kind Gottes ist? In dem ich Gottes Willen tue und meine Geschwister liebe. Ganz einfach eigentlich. Da braucht es keine Theologiestudiom über mich selbst, diese 2 Merkmale sind recht eindeutig.

Zwei Kennzeichen dienen zur Unterscheidung zwischen Kindern Gottes und Kindern des Teufels: Gerechtigkeit tun und seine Geschwister lieben.

Jetzt kommt vielleicht dein Einwand: „Moment! Wie erkenne ich dass ich oder jemand anderes Gottes Willen tut oder seine Geschwister liebt?“ Ist das nicht etwas persönliches, was gar nicht so einfach und nach außen sichtbar ist? Kann man erkennen ob jemand den Willen Gottes tut oder nicht? Kann man Liebe sehen?

Die Antwort auf diese Frage finden wir hier von Johannes selbst. In 1. Johannes 3,11 sagt Johannes, „dass sie von Anfang an von ihm nichts anderes gehört haben als das, dass sie sich einander lieben sollen.“

Warum wir lieben sollen

Warum ist unsere Liebe zu den anderen notwendig? Sind wir nicht alle von Gott geliebte Menschen und seine Liebe in Jesus Christus ausreichend?

Johannes beantwortet im oben genannten Abschnitt folgende Frage: Warum sollen wir lieben?

3 Gründe warum wir lieben: Weil wir Kinder Gottes sind, weil wir Leben haben und weil wir keine Mörder sein wollen.

„Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen. Nicht wie Kain sollen wir sein, der aus dem Bösen war und seinen Bruder ermordete. Und weshalb ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat.“ 1. Johannes 3,11 – 15

3 Gründe warum wir lieben sollen:

1. Weil wir Kinder Gottes sind und nicht Kinder des Teufels

Johannes erwähnt hier die Geschichte von Kain und Abel aus 1. Mose 4 in der Kain aus Neid seinen Bruder umbrachte. Woher entstand dieser Neid? Er entsprang aus dem allgemeinen Zustand von Kain: Kains Werke waren böse weil Kain böse war, Abels Werke waren gerecht weil Abel gerecht war!

Als Kinder Gottes vollbringen wir nicht mehr die Werke des Bösen, sondern die des Guten – gerechte Werke! Dazu gehört auch lieben! Kain war neidisch auf seinen Bruder weil er ein Kind des Teufels war und kein Kind Gottes. Anstatt Liebe war Hass angesagt.

Das bringt uns zum 2. Punkt, warum wir lieben sollen:

2. Weil wir Leben haben

„wer nicht liebt, bleibt im Tod!“ Es ist ein Kennzeichen von neuem Leben, wenn wir lieben. Ein Mensch ohne Liebe ist ein toter Mensch. Tote Menschen können nicht mehr lieben, weil Liebe eine Handlung ist. Diese Tatsache unterscheidet uns so sehr von den Menschen ohne Christus, dass sie sogar beginnen uns dafür zu hassen.

Es ist ein Kennzeichen von neuem Leben, wenn wir lieben.

Wenn du Leben in dir hast, wirst du lieben. Nur ein Toter liebt nicht. Das trifft sowohl auf den physischen Menschen als auch auf den geistlichen zu.

Bei der Frage der Liebe gibt es nur 2 Optionen: Liebe oder Hass. Die 3. Option, die oft genannt oder zumindest gelebt wird, ist Neutralität. Aber diese Option kennt Johannes hier nicht. Er spricht nur von lieben oder hassen. Liebe ist das Kennzeichen von Leben, daher ist das Fehlen von Liebe nicht neutral sondern das Kennzeichen der Kinder des Teufels. Warum das so ist, erfahren wir im 3. Punkt:

3. Wenn ich nicht liebe, bin ich ein Mörder

„…wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat.“ 1. Johannes 3,15

Wie bei Kain das Böse zu Mord geführt ist das der Mangel an Liebe nichts anderes als Hass. Jeder der seinen Bruder oder seine Schwester hasst, begeht Mord! Und kein Menschenmörder hat ewiges Leben in sich.

Wir können entweder lieben oder hassen, sonst nichts.

Zusammengefasst ist der 3. Punkt der: Wenn ich einem anderen Kind Gottes die Liebe vorenthalte, mache ich mich damit zum Mörder und bin wie Kain. Es gibt für uns keine Option neutral zu bleiben, denn nur wer liebt, hasst nicht. Ob es uns passt oder nicht. Weil Jesus uns zuerst geliebt hat, ist es unsere Pflicht unsere Geschwister auch zu lieben. Es ist eine natürliche Frucht des Geistes Gottes in unserem Leben.

„Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, …“ schreibt Paulus an die Galater 5,22. Wo diese Frucht nicht vorhanden ist, ist kein Leben vorhanden. Gerade diese Frucht ist der Schlüssel zu allem anderen. Wir sollten in unseren Gebeten ständig darum bitten, mehr Liebe zu bekommen für unsere Geschwister.

3 Punkte nennt Johannes hier, warum wir lieben sollen: Weil wir Kinder Gottes sind, weil wir Leben haben und weil der Mangel an Liebe das Kennzeichen eines Mörders ist. Im 2. Teil der Betrachtung von 1.Johannes 3,10-24 geht es um die Frage, was denn die Liebe mit der Gewissheit des Glaubens, Frieden im Herzen und mit einem erfüllten Gebetsleben zu tun hat.

Hier geht es zu Teil 2: http://wp.me/p8oYNt-3Nd

 

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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