Darf man Verse aus dem AT für sich in Anspruch nehmen?

Darf man Verse aus dem AT für sich in Anspruch nehmen?

Die Frage die sich immerwieder stellt, vor allem wenn man Bibelverse aus dem Alten Testament liest: „Darf ich diesen Bibelvers, der eigentlich an das Volk Israel gerichtet ist auf mich beziehen?“
Dieser Frage wollen wir jetzt anhand einiger klärender Bibelstellen auf den Grund gehen. Als erstes haben wir eine Stelle aus dem Epheserbrief. In Kapitel 3 Vers 6 lesen wir: „Dies ist das Geheimnis: Durch Jesus Christus bekommen die anderen Völker von Gott dasselbe Vorrecht wie das Volk Israel. Sie gehören mit dem erwählten Volk zusammen zum „Leib Christi“. Auch ihnen gelten die Zusagen, die Gott seinem Volk gemacht hat.
An anderer Stelle heisst es: „Wenn ihr aber Christus gehört, seid ihr ja Abrahams Nachkommen und bekommt, was Gott Abraham versprochen hat. – Galater 3,29
Als dritte Bibelstelle möchte ich Römer 4,16 anführen: „Darum hat Gott seine Zusagen an das Vertrauen gebunden- Was er zugesagt hat, sollte ein reines Gnadengeschenk sein. Auf diese Weise gilt allen Nachkommen Abrahams, was Gott versprochen hat.
Nummer vier: „Er (Jesus ist hier gemeint) ist es, der uns allen den Frieden gebracht sowie Juden und Nichtjuden zu einem einzigen Volk verbunden hat.“ – Epheser 2,14
Und schliesslich: „Wenn ihr aber (Gottes) Kinder seind, seid ihr nach Gottes Willen auch Erben und bekommt, was Gott den Nachkommen Abrahams versprochen hat. – Galater 4,6-7

Es ist also anhand der oben genannten Bibelstellen legitim zu sagen, dass man für einzelne Bibelstellen aus dem Alten Testamen bei denen „Israel“ oder „Jakob“ steht seinen eigenen Namen einsetzt!

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

4 Comments

  1. Matthias Viraureus

    Hi Andy,

    mit den Verheißungen ist das ja ganz angenehm, aber was ist mit dem Fluch? Darf / Muss ich da auch meinen Namen einsetzen?

    Beispiel:

    5Mose 28:15 ¶ Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, [so] daß du [nicht] darauf achtest, all seine Gebote und seine Ordnungen zu tun, die ich dir heute gebiete, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen.
    5Mose 28:16 Verflucht wirst du sein in der Stadt, und verflucht wirst du sein auf dem Feld.
    5Mose 28:17 Verflucht wird sein dein Korb und dein Backtrog.
    5Mose 28:18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackerlandes, der Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe.
    5Mose 28:19 Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang, und verflucht wirst du sein bei deinem Ausgang. —

    Ist das nicht ein bisschen zu einfach aus Versen die an ein ganzes Volk gerichtet sind Privatzusagen an mich persönlich zu basteln? Kann es sein, dass sich plötzlich die ganze Bibel um mich dreht, anstatt um Christus und die Kirche, wenn man so alles für sich privat in Anspruch nimmt?

    Vielleicht kannst du das noch ein bisschen erklären…

  2. Andy

    Na toll… 😉

    und ich dachte, dass mit diesem Post die Arbeit für dieses Jahr beendet ist.

    Wie wärs mit Galater 3,13: Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt!“).

    Nicht jeder darf willkürlich seinen Namen in eine AT Verheißung einsetzen. Voraussetzung ist die Kindschaft, d.h. die vorher geschehene Befreiung der Sündenschuld durch Jesus Christus. Glaubt man nicht, oder noch nicht an Jesus Christus als Gottes Sohn und Erlöser, so ist man auch noch nicht Kind Gottes, sondern Sklave der Sünde. Als Sklave der Sünde gilt das Gesetz. Eben dieses Gesetz, dass bei Verstoß deinen oben angeführten Fluch mit sich bringt.

  3. Helm77

    in 2. Tim 3:16 steht: „ALLE Schrift ist … nützlich zur Lehre, Überführung, …“

    Das bedeutet ganz einfach: Auch das AT gilt für die heutige Zeit als „LEhre“, auch die Apostelgeschichte ist nützlich zur Lehre (was von vielen bestritten wird). Die Apostel haben übrigens NUR aus dem AT gelehrt.

    Mit den Flüchen ist es genauso:

    Wenn du Blutschuld über dich gebracht hast, dann gilt der Fluch, den Kain bekommen hat, genauso für dich: Du wirst unstet und flüchtig sein, und dich nirgendwo auf der Erde zu Hause fühlen. Aber wird das erkannt, Buße getan und gebrochen, dann wird die Wirkungsweise des Fluches aufhören. Deswegen ist das AT total wichtig.

  4. Andy

    „Lehre“ ist ein Begriff aus einer längeren Liste. Nicht jeder Satz in der Bibel ist Lehre, nicht jeder Satz in der Bibel ist zur Überführung da, nicht jeder Satz in der Bibel ist Zurechtweisung, und so weiter.
    „Alle Schrift“ meint den biblischen Kanon als ganzes.

    Die Bibel lehrt ja, das Jesus für uns den Fluch (der Sünde) auf sich genommen hat (Gal 3,13). Wer also an das Glaubt, in einer Beziehung zu Gott lebt, der erfährt die Gerechtigkeit Gottes (Röm 1,17). Die Gerechtigkeit Gottes wird im Evangelium enthüllt. (Röm 1,16&17)

    Wer Gottes Evangelium mit Glauben beantwortet, der ihm von Gott geschenkt wird, erlebt Gottes Gerechtigkeit. Dieser Mensch steht unter besonderem Schutz Gottes.

    Buße und Sündenbekenntnis sind wichtige Dinge. Allerdings sollte man auch beachten, dass Christen unter besonderem Schutz Gottes stehen!

    Danke für deinen Beitrag!

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