Das Buchprojekt – eine Idee für die Jugendarbeit

Das Buchprojekt – eine Idee für die Jugendarbeit

Buchprojekt in der JugendarbeitBist du auf der Suche nach Konzepten für abwechslungreiche Jugendstunden? Dann ist ein Buchprojekt vielleicht genau das Richtige für dich! Mit diesem Artikel starten wir eine Serie zur Idee, ein Buchprojekt in der Jugendarbeit durchzuführen. Im ersten Teil stelle ich dir die Idee kurz vor und will ein paar Pros und Contras zur Idee aufzählen.

1. Die Idee ein Buch in der Jugendgruppe zu lesen

Jugendstunden können sehr unterschiedlich gestaltet werden. Irgendwann hatte irgendwer die Idee irgendein Buch gemeinsam zu lesen. Ich habe die Idee nun geklaut und will mit meiner Jugendgruppe das Buch „Der Retter“ von Mark Driscoll lesen. Natürlich ist es nicht egal mit wem man was für ein Buch liest. Aber in unserem Fall halte ich es für eine klasse Idee und möchte euch etwas von meinen Erfahrungen berichten.

Am 15. November habe ich den Jugendlichen die Bücher ausgeteilt und mit ihnen das Vorwort gelesen. Zwischendurch habe ich ein paar darin geäußerte Gedanken mit eigenen Gedanken vertieft. Seitdem haben die Jugendlichen zwei Wochen Zeit, um die üppige Einleitung des Buches zu lesen. Nach und nach sollen die Jugendlichen die Kapitel zu Hause lesen und wir als Jugendleitung haben vor die Inhalte in unseren Jugendstunden zu besprechen und unterschiedlich aufzuarbeiten.

 

2. Sieben Argumente für ein Buchprojekt in der Jugendgruppe

Was spricht dafür, gemeinsam ein Buch zu lesen?

  1. Bücher haben allgemein enorm viele positive Auswirkungen auf Jugendliche. Lesen stimuliert das Gehirn, fördert das Wissen, verbessert das Gedächtnis, erweitert den Sprachwortschatz, steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Schreibqualität und ist gut gegen Stress, weil Lesen entspannt. Als lies besser weiter 😉
  2. Es ist einfach mal was anderes. Jeder Mensch und besonders Jugendliche freuen sich über Abwechslung. Sie lieben Neues in der Jugendstunde und können so auf eine etwas andere Art und Weise mit christlicher Lehre vertraut werden und im Glauben wachsen.
  3. Jugendliche lesenManche Jugendliche lesen sehr gerne. Man glaubt es kaum, aber es gibt sie – Jugendliche die heutzutage noch lesen. Nagut, viele Jugendliche lesen nur Comics oder Romane, aber immerhin 😉 Ich glaube einige Jugendliche freuen sich darauf, dass sie nun ein Buch sogar zusammen mit ihrer Jugendgruppe lesen können!
  4. Es ist ein Anreiz für Jugendliche Bücher zu lesen.Viele Jugendliche lesen zu wenig. Computer spielen, Musik hören oder Fernsehen sind sicher einfacher. Aber vielleicht schaffen wir es mit dem Buchprojekt bei dem einen oder anderen die Leselust zu wecken (man muss immer ehrgeizig sein). Damit wäre viel gewonnen.
  5. Man trägt christliche Lehre in den Alltag. Mancher Jugendlicher ist es gewohnt in der Jugend oder im Gottesdienst mit christlicher Lehre konfrontiert zu werden. Doch es ist irgendwie etwas ganz anderes auch Zuhause oder unterwegs im Alltag christliche Impulse zu lesen und darüber nachzudenken.
  6. Jeder kann den Lesestoff in seiner eigenen Geschwindigkeit aufnehmen. Manchmal gibt es intellektuell große Unterschiede zwischen den Jugendlichen. In der Jugendstunde ist es schwierig alle zu fordern. Beim Buchprojekt kann sich jeder Zuhause so lange mit dem Lesestoff befassen, bis er es versteht. Bei der Jugendstunde sind dann alle auf dem gleichen Stand.
  7. 602435_3001275610502_833315060_nMan kann mehr und komplexeren Stoff vermitteln. Wenn man ein gutes herausforderndes Buch für das Buchprojekt auswählt, kann man auf diese Weise die Jugendlichen enorm voranbringen. Sie lernen so ja nicht nur in der Jugendstunde, sondern auch viele Stunden in ihrer sonstigen Freizeit.

 

2. Mögliche Argumente gegen ein Buchprojekt in der Jugendgruppe

Natürlich gibt es auch einige Dinge, die einem als Gegenargumente sofort in den Sinn kommen und berücksichtigt werden sollten:

  1. Fernsehen macht dummDas Buchprojekt erfordert „viel“ Zeit. Wie viele Jugendstunden man für solch ein Buchprojekt opfern muss, ist sicher von der Dicke & dem Anspruch des Buches abhängig. Man sollte wohl so oder so kein allzu umfangreiches Buch wählen (auf die Kriterien werden wir noch zu sprechen kommen). Wenn es einem nach einigen Wochen doch zu viel werden sollte, könnte man auch gewisse Kapitel überspringen. Die Vorbereitungszeit der Jugendstunde zum Kapitel würde ich nicht länger, sondern eher kürzen einschätzen.
  2. Vielleicht wird der eine oder andere das Buch nicht lesen. Das kennt man sicher aus der Schule. Auch dort kamen einige drumherum das gemeinsame Buch wirklich zu lesen. Na und! Ich finde es nicht weiter schlimm. Man sollte sich über jeden freuen, der es tut. Vor dem Beginn des Buchprojekts ist es sicher entscheidend, ob die Jugendlichen auf die Projektidee eher mit Begeisterung oder mit Ablehnung reagieren. Wenn es keinerlei Begeisterung gibt, braucht man gar nicht erst damit starten. Wenn es etwas Begeisterung gibt, dann wird sie auch manchen zum Lesen bewegen, der sich in der Schule gedrückt hat.
  3. Nicht alle können sich ein Buch leisten. Ich glaube das Argument trifft nur auf sehr wenige Jugenden bzw. Jugendliche in Deutschland zu. Das Argument wird vielleicht als Vorwand genannt, wenn man nicht lesen möchte (siehe erstes Gegenargument). Aber natürlich kann es solche Jugendliche in unserer Jugendarbeit geben. Da muss man einfach offene Augen für haben. Man kann dem Argument entgegenwirken indem man ein günstiges Buch auswählt oder die Gemeinde das Projekt subventioniert.
  4. Buch im Urlaub lesenDie Jugendlichen haben keine Zeit zum Lesen. Obwohl Jugendliche heute sicher durch Schule/Studium, Vereine, Fitnessstudio usw. gefordert sind, finden sie Zeit, wenn sie es wollen. Lesen ist entspannend und kann beitragen, um übermäßigen TV- oder PC-Konsum zu reduzieren. Eine andere Idee ist, das Buchprojekt vor den Ferien zu starten.

Du siehst, dass man auf die möglichen Gegenargumente reagieren und ihnen damit die Kraft nehmen kann. Prüfe einfach mal, ob das nicht auch ein Projekt für deine Jugendarbeit wäre.

Habt ihr noch weitere Argumente für oder gegen ein Buchprojekt? Dann lasst es uns durch ein Kommentar wissen! Ich bin gespannt welche Erfahrungen wir machen und werde euch auf dem Laufenden halten!

6 Comments

  1. Jonathan Friess

    Colle Idee!
    Aber wie machst du das mit Teenies, die unregelmäßig kommen? Wenn sie schon unregelmäßig kommen, werden sie wahrscheinlich schon gar nicht lesen, und sind dann beim Besprechen noch mehr Aussenseiter.
    Aber vielleicht ist das umgekehrte der Fall und sie kommen durch das Buchprojekt regelmäßig… Kannst du bei dieser Serie etwas darauf eingehen?
    „e xägneti Ziit“ und Gruß aus der Schweiz
    Jonathan

  2. Viktor J.

    Lieber Jonathan, ich freue mich, dass dir die Idee gefällt.

    Es ist gut, dass du dich traust hier diese Frage zu stellen bzw. dieses Problem anzusprechen. Ich glaube es lohnt nicht, einen extra Artikel dazu zu schreiben, deswegen schreibe ich hier meine Gedanken zu dem Fall, dass die die Teilnehmer sonst unregelmäßig kommen:
    1. Ich würde die Einführungszeit des Buches erhöhen. Also vielleicht 3-4 Wochen vorher das Buch verteilen und darauf hinweisen, dass man nächsten Monat mit dieser Aktion beginnt.
    2. Gute Serien können dazu beitragen, dass die Teilnehmer regelmäßiger kommen.
    3. Es ist ja nicht so schlimm, wenn jemand eine Einheit verpasst. Den Hauptinhalt kann er ja Zuhause lesen. D.h. er lernt sogar, obwohl er nicht da ist/kommen kann. Das ist sogar vorteilhaft für Personen, die häufiger nicht da sein können.
    4. Beziehe die Teilnehmer beim Buchprojekt mit ein. Übertrage ihnen Verantwortung. Dann wollen sie selbst unbedingt kommen. Z.B. sollen sie eine Zusammenfassung des Kapitels erstellen, die Deko passend zum Kapitel gestalten oder oder oder…

    Was denkst du – kann man das Projekt auch mit Leuten machen, die unregelmäßig da sind?

  3. Daniel Monshausen

    Hallo Jonathan,

    diese Erfahrung von Viktor kann ich nur bestätigen. Eine gute Serie motiviert die Leute regelmäßig zu kommen aus Angst, sie verpassen eine wichtige Lektion. Dafür ist es wichtig vorher die gesamte Serie zu kommunizieren mit klarem Plan, wann was dran ist und zwischen den einzelnen Abenden Brücken zu schaffen. Zurückgreifen und Vorgreifen auf die vergangene und nächste Lektion. Quasi Werbung für das nächste Treffen machen.

    Liebe Grüße,
    Daniel

  4. Walde O

    Tipp: Falls einer der Jugendlichen kein Buch sich leisten kann, so ist es durchaus möglich das Buch einzuscannen ( ja ist aufwendig) und ihm es als PDF-Datei zu senden (Ein Notebook, Smartphone und co hat heutzutage jeder, mit denen man PDF-Dateien öfnen und lesen kann). Außerdem gibt´s sehr interessante Bücher beim CLV als PDF-Datei kostenlos.

    1. Daniel Monshausen

      Stimmt, im CLV gibts die meisten als PDF gratis. Wenn aber ein Buch nicht frei verfügbar ist als PDF finde ich es kritisch mit dem einscannen. Da dann doch lieber den Jugendleiter oder Pastor fragen, ob nicht die Gemeinde die Kosten übernimmt. „Du sollst nicht stehlen.“ 🙂 Alternativ den Verlag anschreiben und nachfragen, ob es einen Rabatt gibt wenn mehrere abgenommen werden für das Projekt.

  5. Viktor J.

    Es gibt sicher auch kostenfreie PDFs. Ich bezweifel aber, dass die Jugendlichen Lust haben am PC oder am Handy zu lesen. Irgendwie mindert es das Lesevergnügen – jedenfalls geht es mir so.

    Ich bin dann schon eher dafür, dass man sich ein günstiges Buch aussucht.

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