Das SKIP Argument gegen Abtreibung

Das SKIP Argument gegen Abtreibung

Alice Schwarzer soll mal gesagt haben: „Wenn der Fötus mit einem Menschen gleichzusetzen ist, dann ist Abtreibung Mord.“ Ja, wenn das so wäre, dann würde das tatsächlich bedeuten, dass täglich über 300 Menschen legal in Deutschland ermordet werden – und keiner zeigt Zivilcourage. Es gibt viele Gründe, die gegen eine Abtreibung sprechen, doch längst nicht alle lassen sich so gut merken wie das SKIP Argument.

Bei SKIP steht jeder Buchstabe für ein Wort das letztlich begründet, warum es falsch ist das Leben zu beenden, das ab der Befruchtung von Ei- und Samenzelle wie eine Rakete gestartet hat.

  • S – Spezies: Im unterschied zu tierischen Embryonen ist das menschliche von Anfang an auf das Entstehen eines Menschen ausgerichtet. Die Individualität eines Menschen ist von Anfang an festgelegt. Sowohl von der Genetik (DNS Struktur), als auch von der Morphologie (Form) her ist der menschliche Embryo ein Mensch.
  • K – Kontinuität: Von der Befruchtung an ist eine Kontinuität da, die nie unterbrochen wird. Es ist ein Prozess der keine besonderen Einschnitte hat. Vergleichbar mit dem Start einer Rakete. Die DNS Struktur des Menschen verändert sich nicht. Sie bleibt von der Befruchtung bis zum Tod gleich.
  • I – Individualität: Sie zeigt sich biologisch in der DNS Struktur. Man bezeichnet es als genetische Individualität. Also auch eine Kontinuität in der Individualität. Es ist ein verstärkendes Argument. Haarfarbe, Augenfarbe, usw. sind bereits im Status der befruchteten Eizelle vorhanden. Zwillinge haben trotz gleicher DNS Struktur nicht den gleichen Charakter. Hier geht die Individualität sogar über die genetische Aufzeigbarkeit hinaus! Der Mensch ist mehr als Biologie und die materielle Zusammensetzung seines Körpers.
  • P – Potentialität: Ein Argument das auf den Einwand antwortet, dass das befruchtete Ei noch nicht über Fähigkeiten wie „sprechen, denken, usw.“ verfügt, die einen Menschen charakterisieren. In der Beschaffenheit als Menschen ist all das als Potenz da, was später sein „Personsein“ kennzeichnen wird. Das „Personsein“ ist schon da, aber ist noch nicht aktualisiert.

Wenn man die diese Fähigkeiten jedoch als Ausdruck der Personalität nimmt, ab wann ist ein heranwachsendes Kind wirklich Mensch? Was ist dann mit geistig Behinderten, die gar nicht sprachfähig sind?

Der australische Ethiker Peter Singer ist der Ansicht, dass man einerseits dem Speziesargument zustimmen müsste, andererseits unterscheidet er dann zwischen „Menschen“ und „Personen“. Er ist einer der führenden Abtreibungsbefürworter der Mensch und Person trennt und so die Abtreibung viel weiter ausweitet. Für ihn wäre ein Schimpanse dem man hundert Worte beigebracht hat mehr Person als ein stummer Mensch.

Solange die SKIP Argumente nicht widerlegt sind, bleibt mindestens die Möglichkeit offen, dass es sich um vollmenschliches Leben handelt, dass schutzwürdig ist.

 

 

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

2 Comments

  1. tb

    Hi Andy,

    SKIP == Guter Ansatz.
    Peter Singer und seinen utalitaristischen Ansichten sind Utopisch, aber durchaus nachzuvollziehen im Lichte von Relativismus und generellem Materialismus.

  2. Alice

    Was hier über Singer steht ist leider völlig falsch. Dem Speziesargument würde er eben nicht zustimmen, da er Speziesismus auf eine ähnliche Stufe mit Rassismus stellt. Auch ist es nach Singer völlig egal, wie viele Worte jemand beherrscht, da dies NICHTS mit seinem Personenbegriff zu tun hat. Personen sind jene, die „sich selbst als distinkte Entitäten begreifen könnten, die in der Zeit existierten“ (Singer, Praktische Ethik, Reclam, S. 130). Es ist völlig irrelevant, ob ein Mensch sprechen kann oder nicht, und selbstverständlich ist somit ein stummer Mensch nicht weniger Person als ein sprachbegabter Schimpanse. Singer kritisieren – gerne, aber bitte richtig!

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