Der Segen eines Jüngers 2/2 – Jüngerschaft#07

Der Segen eines Jüngers 2/2 – Jüngerschaft#07

Letzte Woche haben wir uns das Vorbild Jesu mit seinen Jüngern betrachtet. Diese Woche soll es konkret werden. Was heißt es, ein Jünger zu sein und wie sieht das in der Praxis aus? Den ersten Teil dieses Artikel findet ihr hier: Der Segen eines Jüngers 1/2

2. Was bedeutet es Jünger zu sein?

In Lukas 14 sagt Jesus ziemlich direkt, was es bedeutet ein Jünger zu sein:

Lukas 14,26-30 „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben9, so kann er nicht mein Jünger sein; 27 und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? 29 Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden.“

Wie ist diese Aussage Jesu zu verstehen? Zuerst fordert Jesus uns heraus, dass niemand höhere Priorität haben darf als er. Nicht nur niemand, sondern auch die Angst um das eigene Leben darf nicht ein Hindernis sein für die Nachfolge Jesu. Ein Jünger Jesu hat als oberste Priorität im Leben Jesus nachzufolgen. Das bedeutet nicht, seine Familie zu vernachlässigen, ganz im Gegenteil sogar, sondern es bedeutet, dass alles was er tut dem Ziel seines Herrn dient. Auch in seiner Familie, unter seinen Freunden und wo auch immer er ist.
Die 2. Aussage Jesu hier, „sein eigenes Kreuz tragen“, bedeutet nichts anderes als die Kosten der Nachfolge überschlagen zu haben. Was kostete die Jünger Jesu die Nachfolge? Ihre Zeit, ihre Kraft, ihre Jobs. Im Endeffekt ihr ganzes Leben. Ein Jünger Jesu zu sein bedeutet, sein ganzes Leben hingegeben zu haben, inklusive der Bereitschaft es zu verlieren.

Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu einem älteren und weiseren Gläubigen sucht

Koshy, ein Jünger von Bakh Singh und zu Lebzeiten selbst ein aktiver Jüngermacher, schreibt in seinem Buch „Das investierte Leben“ über einen wahren Jünger folgendes:

  • Ein wahrer Jünger Jesu ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus sucht und leidenschaftlich der Aufgabe hingegeben ist, ihn zu kennen, ihn zu lieben, ihm nachzufolgen und seinem Wort zu gehorchen, was es auch kosten mag.
  • Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu einem älteren und weiseren Gläubigen sucht – also zu jemanden, der Christus liebt und dem Jünger helfen kann, im Herrn zur Reife heranzuwachsen und seine geistlichen Gaben zu entfalten.
  • Ein wahrer Jünger ist jemand, der aktiv eine persönliche Beziehung zu jüngeren Gläubigen sucht, in deren Leben er geistlich investieren kann.

Jünger sein ist kein Hobby, sondern Lebensstil. Es ist eine völlige Hingabe an Jesus und bedeutet ein ständiges Streben nach dem, was Jesus getan hat und was sein Ziel auf dieser Erde war, Menschen zu Gott zu führen.

Vielleicht ist dein geistliches Leben nahe dem Gefrierpunkt angekommen. Da ist kaum noch Bewegung, alles ist sehr träge geworden oder du hast sogar das Gefühl, da ist gar nichts mehr da. Vielleicht ist es so, weil du niemanden hast, der dich an seinem Leben teilhaben lässt und somit herausfordert, dein Leben ähnlich zu gestalten. Und genau darum geht’s im nächsten Punkt:

3. Wie sieht Jünger-Sein denn aus?

Oft denken wir über diesen Punkt sehr abstrakt. Wir glauben manchmal, Jüngerschaft ist etwas ganz spezielles, das organisiert sein muss. Es ist etwas, was nur bestimmten Menschen zu Teil wird und zum Jünger-Machen sind nur Einzelne berufen. Aber das stimmt nicht! Jeder Christ sollte einen haben, der ihn anleitet. Und das nicht nur durch Wort, sondern durch Leben. Denn das ist der große Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Jünger-Macher: Der Lehrer teilt sein Wissen, der Jünger-Macher teilt sein Leben!

Es braucht dich und den anderen, damit Jüngerschaft stattfinden kann.

Die Voraussetzung für die Möglichkeit einer Jüngerschaft ist einer, der Jesus selbst nachfolgt und bereit ist, sein Leben in dich zu investieren und dann deine Bereitschaft, selbst Zeit zu investieren um zu lernen! Es braucht nur diese beiden Personen damit Jüngerschaft stattfinden kann.

Aber wie kann so eine Jüngerschaft denn praktisch aussehen?

Sie kann sehr individuell aussehen, je nachdem wie der Jünger und der Jünger-Macher selbst so drauf sind. Manche treffen sich wöchentlich um gemeinsam in der Bibel zu lesen oder zu beten, andere machen gemeinsam einen Kurs durch oder andere verbringen einfach Zeit miteinander oder dienen gemeinsam. Wir finden auch dazu viele verschiedene Beispiele in der Bibel, wenn wir nur an Paulus und Barnabas denken, die beide Jüngerschaft ganz unterschiedlich interpretiert und gelebt haben. Barnabas war eher der ermutigende Freund, während Paulus eher derjenige war, der andere in seinen Dienst mit eingebunden und motiviert hat.

Wichtig dabei ist nur, dass sich der Jünger-Macher seiner Aufgabe bewusst ist und den Jünger im Glauben voranbringen möchte. Das Ziel muss immer sein, die Beziehung zu Jesus Christus zu vertiefen und den Glauben in die Tat umzusetzen. Genauso muss aber auch der Jünger wollen und bereit sein, selbst auch zu investieren um von dem anderen zu lernen. Es kann niemand ein Jünger sein der das nicht selbst will! Oft scheitert es auch genau an diesem Punkt.

Somit ist es schwer zu sagen, wie genau Jüngerschaft aussieht. Das richtet sich zu sehr nach den Gegebenheiten der beteiligten Personen. Aber eins sollte immer der Fall sein: Jesus Christus und die Nachfolge sollten im Zentrum stehen.

Du brauchst keine Angst davor haben, jemandes Jünger zu werden. Ganz im Gegenteil wird dich so eine Beziehung sehr stark nach vorne bringen in deinem Glaubensleben. Und wenn du dieses Anliegen hast, selbst von jemandem zu lernen, der im Glauben weiter ist als du, dann bitte Gott darum dir zu zeigen, wer diese Person sein könnte. Und natürlich darfst du dann auch hingehen und entweder diese Person konkret darum bitten, Jüngerschaft mit dir zu machen, oder aber einfach Zeit mit der Person verbringen und von ihr lernen. Wobei es effektiver ist, wenn die Person weiß, dass du ihr nachfolgst. Aber wie man dabei am besten vorgeht, hängt auch wieder davon ab, wer es ist und was man konkret von ihm möchte.

Wen ahmst du nach? Wer investiert in dich?

Übrigens: Paulus fordert an mehreren Stellen die Empfänger seiner Briefe auf, seine Nachahmer zu sein, wie auch er Jesu Nachahmer ist.

1. Korinther 11,1 „Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!“

Das ist der Aufruf zur Jüngerschaft. Wen ahmst du nach? Wer investiert in dich?

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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