Der Segen eines Jüngers 1/2 – Jüngerschaft#06

Der Segen eines Jüngers 1/2 – Jüngerschaft#06

Wir schreiben das Jahr 35 nach Christi Geburt. Über 3000 Menschen kommen auf einen Schlag zum Glauben – auf Grund der Predigt eines ehemaligen Fischers! Wer ist dieser Mann, der die Massen zu Jesus ruft? Wer ist dieser Fischer, dem alle wie gebannt zugehört haben? Es ist Petrus, einer der 12 Jünger Jesu. 

Dieser Petrus, der ehemalige Fischer, derjenige, der Jesus aus Angst verraten hat, steht hier vor tausenden Menschen und sagt den Menschen ins Gesicht, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, den Messias, gekreuzigt haben. Und diese Rede hier wird der Grundstein der Jerusalemer Gemeinde! Diese Rede hier an Pfingsten ist der Anfang von dem Reich, von dem Jesus so oft gesprochen hat. Und das alles wegen einem Einzigen Mann.

Doch wie kam es dazu, dass Petrus hier in der Lage ist, Gottes Wahrheit den Menschen zu verkünden? Was führte dazu?

Neben der Tatsache, dass Petrus kurz vorher den heiligen Geist empfangen hat, war der auschlaggebende Punkt der, dass Petrus 3 Jahre lang Tag für Tag mit Jesus gewandelt ist. Er durfte erleben wie Jesus redete, wie er handelte und wie er seine Beziehung zu seinem Vater lebte. Er durfte dabei sein als Jesus gefangen genommen wurde, hat eine harte Lektion gelernt als er ihn verraten hat und durfte trotzdem wieder mit ihm nach seiner Auferstehung Gemeinschaft haben. Jesus hat ihn zur Seite genommen, hat ihm eine Vision gegeben für das Leben, hat ihn hinterfragt und dann ermutigt Schritte im Glauben zu gehen. Das alles hat Petrus direkt von Jesus gelernt.

Eines der letzten Dinge, die Jesus Petrus mitgegeben hat, war der Auftrag in Matthäus 28,19: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern!“ Und das taten die Apostel auch.

Dieser Auftrag beschränkte sich nicht alleine auf die Apostel, sondern er ist ein Auftrag, der immer noch gültig ist. Und das ist der Grund, warum du und ich, warum wir alle auch die Chance haben, dass jemand uns anleitet im Glauben. Dass wir nicht nur Jünger Jesu sind, was natürlich oberste Priorität haben muss, sondern wir dürfen auch Jünger von Menschen sein, die weiter im Glauben sind als wir.

Und darum soll es heute gehen: Hast du jemanden, der in dich investiert?

Warum das wichtig ist, wollen uns an Hand von 3 Punkten anschauen:

1. Von der Notwendigkeit der Nachfolge

Aus was bestand der Ruf Jesu an die Jünger ganz am Anfang als er sie berief? Ein Beispiel dafür finden wir in Markus 2.

Markus 2,14a „Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zollhaus sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach!“ 

Jesus tat hier nichts anderes als den Levi aufzufordern, ihm nachzufolgen. Diese Tatsache ist wichtig, denn es zeigt uns was es auch für uns bedeutet Christ zu sein. Wieso eigentlich Christ sein? Woher kommt der Name „Christen“? Wie nennen wir denn die Nachfolger Jesu aus den Evangelien? Christen? Nein, sondern Jünger! Wer kann mir sagen, wo wurden die „Jünger Jesu“ zum ersten Mal „Christen“ genannt? Richtig, dass war in Antiochia. Da heißt es in Apostelgeschichte 11,26, dass es das „erste Mal war, dass die Jünger Christen genannt wurden“.

Wir sind nicht Christen, sondern Jünger Jesu!

Überhaupt kommt die Bezeichnung „Christ“ nur an 3 Stellen im Neuen Testament vor. Einmal sagt es der König Agrippa zu Paulus in Apostelgeschichte 26,28 und einmal verwendet es noch Petrus im 1. Petrus 4,16, wo er schreibt, „wenn er als Christ leidet, schäme er sich nicht sondern verherrliche den Namen Gott in diesem Namen“.
An beiden Stellen ist es eine Wahrnehmung und Bezeichnung der Menschen um uns herum. Die Gläubigen der damaligen Zeit, nannten sich Jünger. Jünger Jesu.

Was hat es mit dem Begriff Jünger auf sich und was ist so anders als am Begriff Christ?

Ganz einfach, ein Jünger ist immer jemand, der einem Meister oder Herrn zugeordnet ist. Es gibt keinen Jünger ohne jemanden, der ihn anleitet und dem er nachfolgt. Ein Christ ist jemand, der sich zum Namen Christi bekennt. Dass bedeutet aber noch lange nicht, dass er Jesus auch tatsächlich nachfolgt. Lasst uns deswegen Jünger sein, nicht nur Christen.

Ein Jünger ist immer jemand, der einem Meister oder Herrn nachfolgt.

Aber zurück zu Levi. Als Jesus Levi rief, sagte er einfach zu ihm, „folge mir nach!“ Jesus nachfolgen bedarf einer klaren Entscheidung. Alles hinter sich zu lassen, aufzustehen und Jesus nachfolgen. Stell dir mal vor, Levi hätte es so gemacht wie viele „Christen“ in unserer Gesellschaft. Er hätte gesagt, „Jesus, du bist ein weiser Mann. Ich stimme dir voll zu.“ Wäre er ein Jünger Jesu geworden? Niemals. Was musste er tun?

Markus 2,14b „Und er stand auf und folgte ihm nach.“

So einfach! Wie wird man ein Jünger Jesu? Ganz einfache Antwort: Steh auf und folge ihm nach! Was bedeutet das in unserer Zeit? Ebenso einfach: Lerne Jesus kennen und mach ihn nach.

Zu oft wird der Glaube auf Wissen reduziert: Wissen um den Heilratschluss Gottes, Wissen um die Sakramente, die sichtbaren Zeichen der Gemeinde auf dieser Welt, Wissen um die Theologie und was weiß ich noch. Aber Jesus geht es nicht zuerst um Wissen, sondern um leben! Der Befehl in Matthäus 28 enthält neben „Jünger machen“ und „taufen“ auch noch den Befehl, den Menschen beizubringen „alles zu tun was ich euch geboten habe“. Da haben wir es wieder. Es heißt da nicht, alles zu lehren, was Jesus befohlen hatte, sondern sie sollen die Neubekehrten dazu anleiten alles zu tun was Jesus geboten hat.

Und das geht nur durch Vorbild. So wie Jesus ihr Vorbild war, so sollten sie es ebenso tun und anderen als Vorbild dienen, andere an ihrem Leben sehen lassen, was es bedeutet ein Jünger Jesu zu sein.

 Jesus geht es nicht zuerst um Wissen, sondern um leben!

Ein Beispiel aus unser heutigen Zeit: Wenn jemand Medizin studiert, dann reicht es nicht aus, dass er alles Mögliche weiß. Bevor er alleine auf die Menschheit losgelassen wird, muss er mind. ein Praxisjahr als Assistenzarzt durchleben, in dem er einem erfahrenen Arzt zuschaut, wie das jetzt in der Theorie gelernte in die Praxis umgesetzt wird. Oder im Handwerk: Der Lehrling schaut dem Meister zu und lernt von ihm die Praktiken, um sein Handwerk nachher zu beherrschen.

Das Vorbild der Jünger

Und genau nach diesem Prinzip handelten die Jünger Jesu damals auch:
Da war zum Beispiel Barnabas. Er bekehrte sich durch Petrus und war derjenige, der zuerst Paulus unter seine Fittiche nahm und danach dann Johannes Markus, der letztendlich das Markusevangelium geschrieben hat. Oder Paulus selbst, der erst mit Johannes Markus unterwegs war und später dann mit Silas. Timotheus dürfen wir auch nicht vergessen, genauso wie Titus. Beide sind durch Paulus zu dem geworden, was sie nachher waren.

Das Prinzip von Jüngerschaft ist keine Erfindung des Neuen Testaments!

Das Prinzip von Jüngerschaft ist übrigens keine Erfindung des Neuen Testaments, sondern es gibt es auch bereits im Alten Testament an vielen Stellen. Da ist Jethro, der Mose aufnimmt und ihn ermutigt, seinen Dienst zu beginnen. Später hilft er Mose bei der Organisation des Volkes in der Wüste. Oder Josua, der von Mose lange Zeit herangezogen wurde und letztendlich sein Nachfolger wurde. Oder David und Samuel, Elia und Elisa und noch viele weitere.

Wir merken, dass es ein durchaus biblisches Prinzip ist, das uns auf vielen Seiten der Bibel begegnet.
Und da kommen wir auch wieder zu uns. Wer leitet dich an? Wem folgst du nach? Dein geistliches Wachstum wird einen enormen Push bekommen, wenn du jemanden hast, dem du nachfolgst.

Nächste Woche geht’s weiter zu diesem Thema mit folgenden Fragen: Was bedeutet es ein Jünger zu sein und wie sieht das in der Praxis aus?

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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