Die drei Wellen der Christenverfolgung (111. n. Chr. – 313. n. Chr.)

Die drei Wellen der Christenverfolgung (111. n. Chr. – 313. n. Chr.)

Im Jahre 111 n. Chr. tritt eine Wende für das Christentum ein die für 200 Jahre halten soll. Anonyme Anklagen gegen Christen lauteten in der Übersicht:

1.Ihr Name. Im Namen der Christen steckt die Ablehnung des Kaiserkultes.

2.Ihre Verbrechen, falls sie wirklich stimmen.

3.Sie übertreten das Verbot geheimer Bünde.

4.Wegen Hartnäckigkeit und Bockbeinigkeit gegen die Staatsgewalt.

Entscheidend für die 200 Jahre anhaltende Wende ist eine Gesetzesdefinition von Trajan 111 n. Chr.:

1.Christen sind nicht aufzuspüren.

2.Anonyme Anzeigen sollen nicht (mehr) beachtet werden.

3.Hartnäckige sollen auf Anzeige hin mit dem Tode bestraft werden.

4.Reuige Christen, die widerrufen und den Tatbeweis des Opferns erbringen, sind unverzüglich freizulassen. Über ihre Vergangenheit sind keinerlei Nachforschungen anzustellen.

Schlimm ist, dass die Leute davon ausgingen hiermit einen hoch-nivellierten Staat zu haben.

Die erste Welle:

Im Jahr 250 verlangt Kaiser Decius ein allgemeines Opfer vom kleinsten Kind bis zum ältesten Mann. In diesem Kontext fand eine der schlimmsten Christenverfolgungen statt. Wenn man als Christ aber nicht fliehen und auch nicht getötet werden wollte konnte man einen Libellus kaufen – einen Opferschein. Jemand der sich stellte, zu Jesus bekannte und nicht den Göttern / Kaisern opferte – wurde gefoltert und erlangte unter Christen den Titel „Confessor“. Einer der Zeugnis ablegte für den Herrn indem er sich töten liess wurde Märtyrer genannt. Cyprian von Kathago floh bei der decianischen Verfolgung – ließ sich aber bei der zweiten allgemeinen Verfolgung (zweite Welle) von Valerian hinrichten.

Die dritte Welle:

Die dritte allgemeine Christenverfolgung fand unter Diokletian statt. Die Blutigste von allen, da systematisch:

1.Stufe: Säuberung der Armee von Christen, damit dieselbe für die Verfolgung gebraucht werden kann. Christen sollen aus der Armee entlassen werden.

2.Stufe: Alle Gotteshäuser sind zu zerstören.

3.Stufe: Alles Bibelhandschriften sollen verbrannt werden.

4.Stufe: Vornehme Christen – sofern sie hartnäckig bleiben – sollen ihres Ranges und Standes beraubt werden. Man soll ihren Besitz wegnehmen, damit sich keine Christen mehr in ihren Häusern versammeln können.

5.Stufe: Die Priester werden gefangen genommen und zum Opfern gezwungen. Wer sich weigert, bleibt im Gefängnis.

6.Stufe: Die nunmehr hirtenlosen Gläubigen sollen zum Opfern gezwungen werden.

Galerius führt die Verfolgung weiter, doch fünf Tage vor seinem Tod (Krebsleiden der Genitalien und des Unterleibes) erlässt er einen Duldungserlass für die Christen. Dieses Drei-Kaiser-Edikt blieb zwei Jahre in Kraft bevor es 313 n. Chr. durch Konstantin abgelöst wurde: Es ist das sogenannte Zwei-Kaiser-Edikt oder das Edikt von Mailand.

Konstantin hatte bei einem Kriegsfeldzug eine Kreuzesvision – und siegte. Dieses geschichtliche Ereignis sollte eine der größten Wenden für die Christliche Kirche sein.

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

2 Comments

  1. Andy

    Noch ganz Interessant: C.Plinius fragte seinen Kaiser Trajan in einem Brief wie er mit den Christen umgehen solle. Ein Ausschnitt aus einem seiner Briefe:
    „Ich habe sie gefragt, ob sie Christen seien. Gestanden sie, so habe ich ihnen unter Androhung der Todesstrafe ein zweites und drittes Mal dieselbe Frage gestellt; beharrten sie (bei ihrem Geständnis), so habe ich sie (zur Hinrichtung) abführen lassen. Denn ich zweifelte nicht: Was immer sie gestehen mochten, so verdienten allein schon ihre Hartnäckigkeit und ihr unbeugsamer Starrsinn Bestrafung.“

    @ Moritz: Meinst du, dass das Leben ohne die konstantinische Wende besser wäre?

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