Fünf Tipps für mehr Kreativität

Fünf Tipps für mehr Kreativität

Du kennst das bestimmt: Als Jugendleiter sind wir immer wieder gefordert, Inhalte abzuliefern. Die Mitarbeiter und Jugendlichen vertrauen darauf, dass wir uns bestmöglich vorbereiten. Sei es bei Predigten, Spielaktionen, Seminaren oder Glaubenskursen. Wir sind in der Rolle der Inhaltsersteller und müssen uns vorbereiten. Im Besten Fall haben wir dafür ausreichend Zeit, aber der Gemeindealltag sieht oft so aus, dass wir spontan sein müssen oder so viel um die Ohren haben, dass nur wenig Zeit bleibt, sich vorzubereiten.

Aus meiner eigenen Berufspraxis kenne ich oft das Phänomen, dass eben auf Knopfdruck nichts kommt. Ich brauche Zeit um Ideen zu entwickeln und sie umzusetzen. Wenn du auch so wie ich in der Rolle des Inhaltsersteller bist und für viele Projekte und Aufgaben kreativ sein musst, dann habe ich fünf Tipps für dich.

 

Sorge für Abwechslung und Pausen

Wo arbeitest du? Am Schreibtisch oder am Küchentisch? Im sitzen? Abwechslung hilft dir, auf frischen Wind in deinen Gedanken zu kommen. Versuche doch mal im stehen zu arbeiten. Den Ort zu wechseln. Wenn du mit einem Notebook arbeitest, kannst du dir ganz einfach neue „Räume“ suchen. Ich selbst arbeite gerne von Cafés aus. Als Homeworker ohne Büro tut es gut, Menschen um mich herum zu haben. Allein dieser Ortswechsel bringt mir neue Gedanken und Ideen. Oder mache einen kreativen Spaziergang. Sorge für Abwechslung in deiner Arbeitsorganisation, in dem auch mal den Rhythmus wechselst. Hilft es dir, den Vormittag frei zu haben? Oder bist du gerade morgens total kreativ? Finde deinen passenden Rhythmus und die Arbeitsumgebung, in der du im „Flow“ bist. Das heißt, alles um dich herum verschwindet und du wirst bildlich gesprochen eins mit der Aufgabe.  Achte auch auf regelmäßige Pausen. Alle 60 Minuten, Fünf Minuten den Kopf frei kriegen, hilft schon enorm. Sich bewegen, strecken oder auch mal im stehen weiterarbeiten. Kreativ sein kann man nicht Acht Stunden am Tag. Finde deinen eigenen Arbeits- und Pausenrhythmus.

 

Die richtigen Tools

Tools sind wichtig, keine Frage. Aber sie sind nicht das „Allheilmittel“ um produktiver oder kreativer zu sein. Dennoch können sie dich unterstützen.  Wenn du passende Tools für dich gefunden hast, dann behalte sie. Jeder Wechsel der App, Software oder Methode, fordert Einarbeitungszeit. Hast du was passendes gefunden, dann bleibe dabei!

Wenn du aber auf der Suche nach hilfreichen Tools bist, dann empfehle ich dir zwei Stück:

Das erste ist Evernote. Dieses mächtige Notizwerkzeug ist kostenlos und perfekt geeignet um unterwegs Ideen festzuhalten. Ausführlicher blogge ich über Evernote hier

 

Das zweite Tool ist die MindMap. Du kennst sie sicher. Sie halten fest, was dir zu Themen für Gedanken und Ideen kommen. MindMaps strukturieren und anders als im Brainstorming kannst du mit dieser Struktur anschließend arbeiten. Moderne MindMap Software kann Fotos, Text, Links und sogar Videos mit einbinden. So schaffst du dir Übersicht und Anknüpfungspunkte für weitere Ideen. Ein tolles MindMap-Tool findest du unter www.mindmeister.de 

Dieses webbasierte Tool kannst du von jedem PC aus benutzen und mit der passenden App auch über dein Smartphone oder Tablet ansteuern. In der kostenlosen Version kannst du drei MindMaps speichern und über die Sharing-Funktion mit anderen Mitarbeitern daran arbeiten und teilen.

 

Eliminiere Ablenkungen und fokussiere dich

Während unseres Arbeitsalltags werden wir regelrecht bombardiert von E-Mails und Nachrichten. Da klingelt das Telefon oder Handy, eine Nachricht kommt rein und unser E-Mail Programm meldet sich zwischendurch immer lautstark zu Wort. Wenn du konzentriert arbeiten musst, dann sorge dafür, nicht gestört zu werden. Es dauert im Durchschnitt Zehn bis Fünfzehn Minuten um nach einer Unterbrechung wieder das Aufmerksamkeitslevel zu erreichen, dass du vor der Unterbrechung hattest. Deshalb ist es gut, von vornherein Störungen zu minimieren. Mach mit dir selbst eine störungsfreie Zeit und Zone aus. Ich selbst nehme mir am morgen immer Zehn bis 30 Minuten Zeit, E-Mails zu beantworten. Danach schalte ich mein WLAN aus und versuche fokussiert weiterzuarbeiten. Das Internet lenkt mich sehr leicht ab, deshalb gibt es bei mir diese „Internet freie“ Zeit. Mein Handy bleibt an, aber lautlos und ohne aktivierte Benachrichtigen. Diese Internet frei und möglich störungsfreie Zeit begrenze ich. Mal eine Stunde, mal ein ganzer Vormittag – je nachdem an was ich arbeite und wie ich mich konzentrieren kann.  Da ich ein Homeoffice habe, gibt es zwischen meiner Frau und mir die Vereinbarung, dass ich bei einer geschlossenen Tür, nicht gestört werden will. Ist sie offen und ich arbeite trotzdem, freue ich mich natürlich sehr über ihren Besuch in meinem „Büro“.

 

Haushalte mit deiner Energie

Sich acht Stunden am Stück zu konzentrieren ist unmöglich. Auch wenn wir viel um die Ohren haben und in Verzug geraten sind, können wir Kreativität nicht auf Knopfdruck erzeugen. Mit deiner Energie zu haushalten meint, regelmäßige Pausen einzubauen und Kreative Hochs zu nutzen. Wann kannst du besonders kreativ sein? Neue Energie kannst du auch bekommen, wenn du etwas ganz anderes tust, den Kopf frei machen kannst. Zum Beispiel beim Sport, Jogging oder wie ich, beim Arbeiten mit Werkzeug. Eine Tätigkeit, die dich ganz anders fordert, sorgt dafür, den Kopf frei zu machen und Energie zu sammeln. Wenn du mal nicht kreativ sein kannst, dann ist das eben so. Punkt. Versuche nicht, da was zu holen, wo nichts ist. Nutze lieber diese für dich „unproduktive“ Zeit für Routine Aufgaben oder eben frei zu machen. Gönn dir was Gutes, gerade nach anstrengenden Tagen.

 

Woher bekommst du deinen Input?

Die wichtigste Frage im Zusammenhang mit Kreativität. In unserer Rolle als Jugendleiter sind wir wie beschrieben, immer gefordert, etwas abzuliefern. Aber woher kommen die Ideen? Es ist, meiner Meinung nach, wichtig, dass du für dich einen gesunden Umgang mit Geben und Nehmen findest. Ich selbst lese verschiedene Blogs über Jugendarbeit. Auch schätze ich den Austausch mit Kollegen und Freunden sehr, die mich immer wieder auf neue Ideen bringen. Gute Bücher zu lesen  und Podcasts zu hören, ist genauso wichtig. Viele gute Impulse über Jugendarbeit findest du hier bei holynetwork.de

Zum Schluss, aber nicht weil es unwichtig ist, sondern weil es für mich das Wichtigste überhaupt ist: Regelmäßige Zeit mit Gott. Klingt einleuchtend und wenn man als Jugendreferent unterwegs ist, dann ist es doch klar, dass man mit Gott lebt. Mit Gott leben und für Gott zu arbeiten sind aber zwei unterschiedliche Sachen. Oft verliere ich vor lauter Aktion, Gott aus den Augen. Deshalb versuche ich regelmäßig Bibel zu lesen, für Projekte und Menschen zu beten und für mich und mein Leben Gottesdienste zu besuchen oder Predigten zu hören, die ich persönlich höre – und nicht Jobmäßig.

 

 

About Christian

Jahrgang 1984. Christian Graß absolvierte am Marburger Bibelseminar seine Ausbildung zum Erzieher und Jugendreferenten. Des weiteren ist er ausgebildeter Erlebnispädagoge. Die letzten Jahre arbeitete er als Mentor, Coach und Jugendevangelist deutschlandweit mit der *dzm (die mobile mission). Seit Oktober 2015 leitet er die junge Erwachsenenarbeit im Christus-Treff-Marburg. Außerdem macht er guten Kaffee im Begegnungscafé CON:TEXT.

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