Fünf Praxistips um mehr Leiter zu bekommen

Fünf Praxistips um mehr Leiter zu bekommen

In seinem Artikel „Der Barnabas Faktor – Fünf Praxistips um mehr Leiter zu bekommen“ schreibt Larry Osborne über den Wert der Persönlichkeit des Barnabas.

Ohne ihn, so vermutet Larry, wären viele fähige Leute der Bibel nie richtig für ihre Leiterschaft ermutigt worden. Den Paulus der Bibel hätte es so nie gegeben, wenn nicht einer wie Barnabas für ihn da gewesen wäre.

Erfolgreiche Teams haben immer etwas mit Barnabas gemeinsam. Diese Gemeinsamkeiten nennt der Autor den „Barnabas Faktor“.

Welche Eigenschaften machten ihn so besonders? Und wie können wir diese Charakterzüge in unser eigenes Leben einbauen? Hier kommt eine kleine Übersicht zu jedem einzelnen:

1. Ein Herz und eine Struktur für finanzielle Freigiebigkeit

Das erste was man im Neuen Testament über Barnabas erfährt, ist in Apostelgeschichte 4, dass er sein Feld verkauft hatte um anderen mit dem Erlös zu helfen. Barnabas war eigentlich gar nicht sein richtiger Name. Es war sein Spitzname, er bedeutete „Sohn der Ermutigung“. Sein eigentlicher Name war Josef. Aber offensichtlich spricht sich das schnell rum, wenn du deine Sachen verkaufst um anderen zu helfen.

Eine der besten Methoden um einen selbstsüchtigen Charakter zu ändern ist, sich Freigiebigkeit anzutrainieren. Sie bringt die Schätze und Prioritäten einer Person an den richtigen Ort, und hilft sie dort zu halten.

Die Entwicklung der Fähigkeiten von Mitarbeitern ist zwar wichtig. Jedoch steht davor noch die Entwicklung eines freigiebigen Herzens. Die meisten arbeiten lieber mit so einem Leiter, als mit einem Egoisten der alles in Rechnung stellt.

2. Schnelligkeit zu vergeben

Beim nächsten Auftritt in der Apostelgeschichte erfahren wir über Barnabas, dass er eine Arbeit eines früheren Erzfeindes unterstützt. Seine Bereitschaft schnell zu vergeben sticht hervor.

Höchstwahrscheinlich gab es einige Personen aus Barnabas Bekanntenkreis die von Paulus verfolgt und ins Gefängnis geworfen wurden. Er hatte auch an der Hinrichtung von Stephanus mitgewirkt. Das ist eine Menge über die man hinwegkommen muss. Trotzdem war Barnabas gewillt über das was Paulus getan hatte hinwegzusehen und auf Gottes Wirken in seinem Leben zu sehen. Das erlaubte ihm das Potential zu sehen, wo jeder andere nur Sünden der Vergangenheit zu sehen vermochte. Was Gott vergeben hatte, vergab Barnabas auch – und zwar schnell.

Ironischer Weise führte diese hohe Vergebungsbereitschaft seitens Barnabas später zu einem Konflikt mit Paulus. Als Barnabas dem Johannes Markus eine zweite Chance geben wollte, nachdem dieser auf einer früheren Missionsreise abgehauen war, stellte Paulus sich dagegen. Von da an ging Paulus alleine weiter. Und Barnabas nahm Johannes Markus und segelte nach Zypern.

Später stellte sich heraus, dass Barnabas richtig gehandelt hatte. Paulus bekam nämlich kurz vor seinem Tod Besuch von Johannes Markus. Er hatte ihn nämlich bis dahin schließlich als sehr nützlichen Mitarbeiter eingestuft. Was wohl noch viel wichtiger ist, ist, dass Johannes Markus von Gott ausgewählt wurde, das zweite Evangelium zu schreiben. Es scheint, als hätte Barnabas mit seiner hohen Vergebungsbereitschaft die richtige Wahl getroffen.

3. Ein Fokus auf Berufung – nicht auf Herkunft

Neben der Bereitschaft alles zu vergeben was Gott bereits vergeben hatte, zeigte Barnabas außerdem eine bemerkenswerte Einsicht in das, was eine Person tatsächlich für einen effektiven Dienst qualifiziert.

Ein heutiger Gemeinderat hätte seinerzeit schnell herausgestellt, dass Paulus die Voraussetzungen und die Herkunft für einen Gemeindedienst fehlten. Es fehlte ihm nicht nur das Kennzeichen der frühen Kirche, mit Jesus gegangen zu sein. Er besaß zudem noch eine schmutzige Vergangenheit, öffentliche Aufzeichnungen mit schlechter Theologie und Blut an seinen Händen.

Und dennoch war Barnabas in der Lage über all die Dinge hinwegzusehen. Er sah auf all die besonderen Dinge die Gott im Leben von Paulus getan hatte und tat. – Und natürlich auch auf die geistlichen Früchte die alles bestätigten.

Nichts beschwert freiwillige Mitarbeiter und Leiterschaftsentwicklung so sehr wie darauf zu bestehen, dass jeder erst durch ein menschengemachtes, künstliches Training durch muss, bevor er die Gaben die Gott ihm gegeben hat einsetzen darf.

4. Das Recht „anders zu sein“ zu verteidigen

Ein vierter Charakterzug von Barnabas war die Bereitschaft andere zu verteidigen, die Dinge anders – wirklich anders – angegangen sind.

Zwei mal trat er vor um engagiert für die Heidenmission einzutreten. Er trat für solche Menschen ein, die dem jüdischen Messias nachfolgen, aber keine hundertprozentigen Juden werden wollten. Heidenchristen waren in ihrer Kultur sicherlich sehr verschieden von Judenchristen.

Wir werden nie Leiter für die Zukunft finden und ausbilden können, wenn wir darauf bestehen, alles verurteilen zu können was wir nicht mögen – obwohl Gott es mag. Barnabas wusste es besser. Er urteilte so: Gott segnet, was er gutheißt. Barnabas war seine eigene Komfortzone nicht so wichtig wir Gottes Sicht der Dinge.

5. Die Bereitschaft beiseite zu treten, und an zweiter Stelle zu stehen

Das ist vielleicht die großartigste Eigenschaft die Barnabas hat. Von Anfang an waren es immer Barnabas und Paulus – Mentor und Schüler. Dann, in Apostelgeschichte 13 und 14, ändert sich plötzlich alles. Durch Paulus geschieht ein Wunder, und im Anschluss hält er eine starke und überführende Predigt. Von diesem Punkt an heisst es nur noch Paulus und Barnabas.

Nicht viele Leute können von der Top Position auf den Zweiten Platz zurücktreten. Aber offensichtlich hatte Barnabas kein Problem damit. Er hatte begriffen, dass Jesus es ernst meinte mit dem Satz: „Wer unter euch groß sein will, sei euer Diener“ (Mt 20,20). Für ihn war Mission offensichtlich wichtiger als sein eigener Status. Er wusste nicht nur was richtig war, er war auch noch bereit es auszuleben.

Barnabas ging es mehr darum Jesus groß zu machen, als sich selbst. Er kämpfte nicht für seinen Einfluss. Seine Leidenschaft breitete das Königreich Gottes um jeden Preis aus, was auch erklärt, warum Gott ihn so gut gebrauchen konnte um Leiter zu finden und auszubilden. Die Leiter die die frisch gebackene Gemeinde so sehr brauchte.

Es ist nicht wichtig wie groß deine Gemeinde oder Jugendgruppe ist. Es ist auch nicht wichtig wie viele Leute für uns arbeiten oder mithelfen in unserem Dienst. Es ist wichtig wie vielen Leuten wir dienen können.

Image: kipcurry / stock.xchng

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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