Fußwaschung von Jesus als Vorbild fürs Coaching

Fußwaschung von Jesus als Vorbild fürs Coaching

Dies ist ein Gastbeitrag von Jonas Erne. Wenn du einen Gastbeitrag für Holysheep schreiben willst, lies die Richtlinien für einen Gastbeitrag.

Der Herr Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen und direkt anschließend klar gemacht: Ich habe euch das jetzt vorgemacht, damit ihr mir das nachmachen sollt. Ihr sollt euch auch gegenseitig die Füße waschen. Was hat es nun mit der Fußwaschung auf sich? Wie können wir das heute umsetzen? Der Herr will uns damit zwei wichtige Prinzipien beibringen:

1. Ihr sollt einander immer wieder und wieder vergeben. Als Petrus sich dagegen sträubt, von Jesus die Füße gewaschen zu bekommen, gibt ihm Jesus die Antwort: Wenn du dir nicht von mir die Füße waschen lässt, so kannst du keine Gemeinschaft mit Mir haben. Aber wenn du einmal ganz gewaschen bist, reicht es, dass dir die Füße gewaschen werden. Füße waschen steht hier für die Vergebung der Sünden. Wenn wir einmal von Jesus das Geschenk der absoluten Gerechtigkeit angenommen haben, so reicht das fürs ganze Leben aus. Aber trotzdem brauchen wir immer wieder Vergebung für einzelne Sünden, die wir tun. Das ist die „Fußwaschung“, die wir vom Herrn Jesus bekommen. Aber auch untereinander sollen, ja müssen wir uns gegenseitig die Füße waschen, also einander die Sünden vergeben. Grundlage dafür kann aber niemals das „Um-Vergebung-Bitten“ des anderen sein, nein, es muss freiwillig von uns kommen und sofort erfolgen, sobald wir sehen, dass der andere sich schmutzige Füße gemacht hat.

2. Ihr sollt einander Diener sein. Und zwar stellt Jesus alle Hierarchien der Welt auf den Kopf und sagt: Je größer ihr in Meinem Reich sein wollt, desto tiefer müsst ihr euch voreinander erniedrigen im Dienen. Das hat klare, eindeutige Konsequenzen für alle, die irgend eine Gruppe, einen Hauskreis, oder ein Team in der Gemeinde leiten oder einzelne Menschen coachen. Jesus war der Coach der Jünger, und sein Ziel war es, sie zum Dienst in Seinem Reich auszubilden. Am selben Abend, kurz nach der Fußwaschung nannte Er ihnen Sein Ziel: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an Mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die Ich tue und wird größere tun, weil Ich zum Vater gehe, und was ihr auch in Meinem Namen bitten werdet, das will Ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht werde.“

3. Das Ziel von jedem Coach in Gottes Reich sollte sein, dass seine gecoachten Nachfolger noch besser herauskommen als er selbst. Er sollte sie auf seine Fehler hinweisen, die er gemacht hat und sie daraus lernen lassen, so dass sie noch schneller und besser wachsen können. Und vor allem sollte ein Coach niemals erwarten, dass man seine Strategien und Pläne übernehmen soll. Viele Evangelisten haben das Werk von Jesus fortgesetzt, ohne jemals in ihrem Leben Dämonen auszutreiben, körperlich Kranke und Tote zu heilen, etc. Und dennoch sind sie in den Dienst Jesu eingetreten und haben da erstaunliche Erfolge erzielt. Zu viele Coaches versuchen, das Reich Gottes auszubreiten, indem sie Menschen dazu nötigen, ihre Methoden zu übernehmen. Doch diese genötigten Menschen werden weder mündig noch erfolgreich sein. Vielmehr werden sie dadurch von ihrem Coach abhängig und bekommen damit einen Ersatzgötzen aufgezwungen.

Wir brauchen das Reich Gottes nicht zu bauen, das tut der Herr selbst. Er sagt: Auf diesen Felsen werde ICH Meine Gemeinde bauen. Und gebraucht dazu Menschen mit völlig unterschiedlichen Gaben, Stärken und Methoden. Jeder sollte dazu gebracht werden, diese zu erkennen und seine eigene Strategie zu entwickeln, dem Herrn zu dienen. Als Coach sind wir deshalb verpflichtet, die einzelnen Menschen, die wir coachen, aufzubauen und ihnen in ihre Berufung hineinzuhelfen.


3 Comments

  1. Thomas

    Amen!
    Ihr sollt einander Diener sein. Das ist der Punkt.
    Doch „Diener“ sein wird gerade bei den Christen so oft Pervertiert was bedeutet das eigentlich, setzt es nicht vorraus, für sich gestorben zu sein, wie wir es bei den Aposteln sehen?
    Heute ist oft der Beruf „Pastor“ etwas sehr angenehmes im Westen. Als erstes kommt die leibliche Familie und das eigene Wohl, erst danach kommt die Gemeinde aber nur Mo bis Fr von 10 bis 17 Uhr. Für mich sind heute die Zeltmacher, die Helden Gottes. Es erinnert mich heute sehr an die Juden von damals, als die Leiter mit Ihren Quasten ihre Position und vermeintliche Heiligkeit zur schau stellten.
    Was wir brauchen sind gestorbene Christen die sich nicht nach Positionen austrecken. Christen welche sich nur Gott unterordnen, dabei aber auch Gottgegebene Autoritäten oder besser Diener erkennen. Doch das kann man nicht an Ihrer Position in den Gemeinden festmachen.
    Am ende werden unsere Werke eh alle Verbrand werden, nur Gottes Werke werden bestand haben. Mein Gebet ist es, dass wir im Westen den König wieder König sein lassen und uns als seine liebende Braut verstehen in Einheit und im Geist.
    Sorry falls ich etwas vom Thema abgeschweift bin, doch gerade unsere „Geistigen Vorbilder“ welche bei den meisten Menschen In sind und als vermeintliche Diener Gottes bezeichnet werden, berauben eher das Volk Gottes und versüssen Ihr Leben hier auf der Erde.

  2. Andy

    Hallo Thomas,
    Deine Kritik an westlichen Gemeinden kann ich teilweise nachvollziehen. Die Ideale die bei Dir herausstechen scheinen sich mit Gemeindebewegungen wie der Calvary Chapel zu decken.

    Dienen, wie es oben im Beitrag beschrieben wird, betrifft m.E. nicht nur Pastoren, sondern jeden Christen.

    „Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.“ – Matthäus 23,11+12

  3. Jonas

    Hi Thomas,

    danke für deine Rückmeldung! Ja, du sprichst etwas ganz Wichtiges an: Wer im Himmel groß rauskommen will, der muss ein Diener aller sein. So sagte es der Herr Jesus. Der Weg nach oben führt nach unten. wer da ist für andere und im Kleinen treu ist, der wird auch von Gott über Größeres gesetzt. Und es schmerzt mich immer wieder sehr, wenn ich von aufrichtigen Männern und Dienern Gottes höre, die in Sünde gefallen sind. Dies geschieht, weil sie den Weg nach oben verkürzen wollten. Dann lässt Gott es zu, dass sie sich in ihrem Stolz in Sünde verstricken und davon gefangen genommen werden.

    Aber wir dürfen nie vergessen, dass das auch jedem anderen Gläubigen passieren kann und wird, wenn er in seinem Leben nicht achtgibt. Und es passiert uns vor allem dann sehr schnell (ich spreche aus eigener Erfahrung), wenn wir anfangen, andere zu beurteilen: Der ist ein guter Diener, der dort schaut zu sehr auf sich selbst, der da drüben, hm, an Gottes stelle hätte ich den nie zum Pastor gemacht… verstehst du was ich meine?

    Letzten Endes sehe ich es so wie Andy – jeder Christ ist berufen zum Dienen. Und jeder, der es aufrichtig tut, wird von Gott erhöht werden. Sehr viele schon hier auf der Erde, aber allerspätestens dann, wenn wir vor Jesu Richterstuhl stehen und sehen, was von unseren Werken übrigbleibt in der Feuerprobe.

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