Kritik anbringen ohne zu verletzen

Kritik anbringen ohne zu verletzen

Wie kann man auf schwierige Dinge hinweisen, ohne sein Gegenüber zu verletzen? In diesem Artikel geht es um Voraussetzungen für ein kritisches Mitarbeitergespräch. Diese Grundlagen sollten vor einem solchen Gespräch stehen: Beziehung – Wertschätzung – klare Rollenverteilung.

Eine gute Beziehungsgrundlage schaffen

“Wir müssen reden!” Es gibt wohl kaum einen schlechteren Einstieg in ein unangenehmes Mitarbeitergespräch. Um in der Jugendarbeit effektiv arbeiten zu können, muss mit jedem Mitarbeiter eine solide Beziehungsgrundlage geschaffen werden. Erst wenn das Fundament gelegt ist, ist dein Gegenüber empfänglich für Anweisungen, Kritik und Ermahnung. Ein Beispiel für eine solche Beziehungsgrundlage sehen wir in der Beziehung von Jesus, Maria und Martha.

Eines Tages sind Jesus und die Jünger wieder mal zu Besuch. Es gibt gutes Essen. Martha sorgt für alles. Sie flitzt von der Küche mit Essenslieferungen ins Esszimmer und wieder zurück um noch mehr zu kochen. Sie ist schwer damit Beschäftigt, allen einen schönen Aufenthalt zu bieten. Sie arbeitet hart, und sie arbeitet allein. Martha wird uns in dieser Geschichte als eine aktive, fleissige, treue und aufmerksame Frau dargestellt. Ihre Schwester Maria, die faule Nuss, sitzt lieber mit am Tisch um sich die Geschichten von Jesus anzuhören. Sie wird uns hier als eher träge dargestellt, eine Person die gerne zuhört und wichtige Arbeit hintenan stellt. Das bringt Martha auf die Palme. Wie ne Dampflok fährt sie auf Jesus zu, von dem sie jetzt eine Klärung des Problems erwartet (Vgl. Lukas 10, 40ff.).

Doch dann passiert etwas unerwartetes: Jesus kritisiert ausgerechnet das Verhalten der fleissigen Martha und hebt die faule Maria als Vorbild für alle hervor.

Wenn du aus einem Gemeindekontext kommst, kanntest du die Geschichte sicher schon. Vielleicht hast du sogar schon einmal eine Predigt zu dem Thema mitbekommen. Ist es nicht interessant, dass Jesus diese Kritik auf einer soliden und langjährigen Beziehungsgrundlage anbrachte? Wenn Martha und Jesus diese Beziehung nicht gehabt hätten, wäre die Kritik sicher nicht gut angekommen.

Diese Geschichte ist auch ein Beispiel für eine gelungene Beziehungsgrundlage. Oft wird übersehen, dass Jesus eine sehr gute Beziehung zu der Familie hatte. Er und die Jünger waren oft zu Besuch bei den beiden und ihrem Bruder Lazarus. Ihr Haus war eine Station an der sie gerne hielten. Es gab Essen und gute Gespräche. Wäsche wurde gewaschen, Proviant für die Weiterreise gepackt und man konnte sich für weitere Aktionen ausruhen. Die Beziehung zu den Geschwistern wurde über Jahre gebaut. Jesus und die drei kannten sich gut. Das muss man wissen, um die Geschichte verstehen zu können.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man gute Beziehungen aufbaut, empfehle ich dir die Artikelserie “Der gute Jugendleiter”.

Wie baust du eine solide Beziehungsgrundlage in deiner Arbeit auf?

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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