Living Faith: Die Überlebenskünstler

Living Faith: Die Überlebenskünstler

Heute wollen wir von HOLYNETWORK Euch ein Projekt aus Berlin vorstellen. Stefan Burgel berichtet von seiner Arbeit unter Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen. Wir möchten Euch ermutigen, teil dieses Projekts zu werden und Euch durch Tatkraft oder durch Spenden zu beteiligen.

Ein Bericht von Stefan Burgel

Kannst Du Dir vorstellen, dass es in Deutschland Kinder gibt, die Pfandflaschen sammeln um sich von deren Erlös etwas zu Essen zu kaufen? Und ich meine keine Kinder aus Sinti- und Romafamilien, sondern hauptsächlich Kinder aus deutschen Familien. Ich konnte mir das bis vor einigen Jahren auch nur schwer vorstellen. Doch seit 2009 lebe ich in einem sogenannten sozialen Brennpunkt in Berlin und habe viele Dinge gesehen und erlebt, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Da ist der Junge, der häufig nur im Treppenhaus des Plattenbaus geschlafen hat, weil keiner zuhause war, bzw. nicht geöffnet wurde.

Da ist der Junge, der häufig nur im Treppenhaus des Plattenbaus geschlafen hat, weil keiner zuhause war, bzw. nicht geöffnet wurde. Oder das Mädchen mit den durchlöcherten Klamotten und den total verlausten Haaren, die mit ihrer Mutter in einer Messiwohnung wohnt und ein derart vollgestelltes und vermülltes Bad hat, dass es nicht nutzbar ist. Und dann ist da noch der Junge, der zuhause von seinem Vater häufig verprügelt wird, wenn dieser mal wieder betrunken nach Hause gekommen ist. Oder das kleine fünfjährige Kind, das nach dem Regen die Tropfen von Bänken leckt um ihren Durst zu stillen. Diese und viele andere Geschichten sind es, die mich immer wieder berühren und dankbar machen für meine vergleichsweise schöne Kindheit. 07Und diese Kinder sind es für die ich jeden Samstag auf die Straße gehe um mich um sie zu kümmern. Ausgerüstet mit zwei extragroßen Einkaufstrolleys und zwei Einkaufskörben sowie einem mobilen Mülleimer gehe ich jeden Samstag auf einen großen und zentralen Spielplatz um meine Zeit mit diesen Kindern zu teilen. In den Trolleys und Körben sind belegte Brötchen vom Bäcker, Obst, ein 20 Liter Wasserkanister, ein Erste-Hilfe-Set, Kühlakkus und jede Menge Spielsachen für draußen.

Was einst privat begonnen hat ist mittlerweile ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit dem Namen „Sozialprojekt Unterstützung für Überlebenskünstler“. Längst ist unser Verein unter den Kindern und Eltern bekannt, längst sind wir akzeptiert, längst finden die Angebote des Vereins riesige Resonanz. Es hat sich herumgesprochen, dass da jemand ist, bei und mit dem man unbeschwert spielen kann, dass da ein Ort geschaffen wurde, an dem man keine Angst mehr vor Konflikten, vor Hunger oder Durst haben muss. Ein Ort an dem ein Kind einfach sein kann, ein Ort, an dem sich jemand der kleinen und großen Probleme annimmt. Ein Ort, wo man keine Angst haben muss von anderen Kindern bestohlen oder geschlagen zu werden. Ein Ort an dem man nicht nach Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, Nationalität oder Gang gemessen wird, sondern jedes Kind angenommen wird, mit all seinen Problemen, Nöten, aber auch mit all den Begabungen und Talenten, die in ihm stecken.

Es hat sich herumgesprochen, … dass da ein Ort geschaffen wurde, an dem man keine Angst mehr vor Konflikten, vor Hunger oder Durst haben muss.

Unser Verein hat keine Räumlichkeiten, weil wir da hin gehen wo die Kinder sind. In deren Herzen ist noch genug Platz für uns. Unser Verein nimmt keine Fördergelder in Anspruch, da wir zu oft erlebt haben, wie anderen Vereinen zum Teil von einem Monat auf den anderen diese komplett gestrichen wurden. Unser Verein hat keine professionellen Werbepartner oder ähnliches, da wir das gespendete Geld für die Kinder und nicht für Werbung ausgeben wollen. Unser Verein ist ein christlicher Verein, da alle Mitglieder des Vereins einschlägige Erfahrungen mit Jesus auf Ihrem Lebensweg gesammelt haben und noch immer sammeln. Da wir überzeugt davon sind, dass Gott all diese Kinder zu tiefst lieb hat, auch wenn sie ihn noch nicht kennen, glauben wir auch fest daran, dass er Ihnen helfen wird. Und da Gott unserem Verein immer mehr und mehr Türen öffnet, sind wir davon überzeugt, dass wir ein Teil seiner Geschichte sein dürfen. Ein echtes Privileg!

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Nichts desto trotz können wir unsere Augen auch nicht verschließen. Uns mangelt es derzeit sowohl an ehrenamtlichen UnterstützerInnen, als auch an Geld. Geld um noch mehr Essen für die stets steigende Anzahl an Kindern kaufen zu können. Doch kaum merken wir, dass unser finanzieller Rahmen sich dem Ende neigt, bekommen wir von dieser großartigen Internetseite einen Anruf, in dem wir nun die Möglichkeit erhalten unser Projekt vorzustellen. Auch das werten wir als ein göttliches Zeichen. Nicht weil wir nun erwarten, dass nun jeder Leser einen Dauerauftrag ausfüllt und uns finanziell zu unterstützt. Aber vielleicht finden sich auf diesem Wege einige Beter, die die Kinder und unsere Arbeit im Gebet mit unterstützen. Natürlich freuen wir uns auch über jede Spende, doch noch wichtiger ist die geballte Kraft vieler Beter. Betet in erster Linie bitte für die Kinder und dann erst für uns und unseren Verein, denn eigentlich sollte es eine Arbeit wie unsere gar nicht nötig sein.

Natürlich freuen wir uns auch über jede Spende, doch noch wichtiger ist die geballte Kraft vieler Beter.

Derzeit betreuen wir jeden Samstag bis zu 50 Kinder auf dem Spielplatz. Wenn ich von „Wir“ spreche, meine ich mich und den Verein. Das heißt, die Bürokratie wird von anderen übernommen, die Praxis, also die Zeit mit den Kindern auf der Straße, verbringe ich bis heute alleine. Klar sind an sonnigen Tagen zum Teil auch Kinder mit einem oder beiden Elternteilen vor Ort, doch diese sind keine Unterstützung. Müssen und sollen sie ja auch nicht sein. Doch alleine wird die Zeit mit den Kindern immer mehr und mehr zur Herausforderung. Zu viele Konflikte, unterschiedliche Interessen die nicht immer ausreichend berücksichtigt werden können und oft dann eben doch zu wenig Zeit für das einzelne Kind. So bleibt mancher Konflikt unbearbeitet und schlimmstenfalls sogar unbemerkt. Einst wurden uns sogar sämtliche Spielsachen gestohlen, ohne dass ich etwas davon bemerkt habe. Es wird mit der zunehmenden Zahl von Kindern eben auch zunehmend unübersichtlicher. Aber keine Sorge. Selbst wenn keine neuen Mitarbeiter hinzukommen, selbst wenn keine weiteren Spender gewonnen werden können, so werden wir unsere Arbeit trotzdem weiterführen. Solange ich kann, werde ich weiter zu den Kindern rausgehen und das tun was ich in meinem Rahmen und im Rahmen der Möglichkeiten die Gott eröffnet, tun kann. Sicher kann ich alleine nicht die Welt retten, aber ich kann meinen Teil dazu beitragen! Mehr Info´s über dieses Projekt und über Möglichkeiten sich durch Spenden oder Mitarbeit einzubringen findet ihr unter  http://www.ueberlebenskuenstler.net

 

Kontaktadresse für mehr Informationen:

ueberlebenskuenstler

Sozialprojekt Unterstützung für Überlebenskünstler e.V.
Tangermünder Straße 24
12627 Berlin
Tel.: 030 / 86 45 98 77
Fax: 030 / 92 366 472
info@ueberlebenskuenstler.net

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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