Sechs Fragen, die du dir über Evangelisation stellen solltest

Sechs Fragen, die du dir über Evangelisation stellen solltest

Evangelisation ist ein schreckliches Wort für viele Christen. Vielleicht liegt es daran, dass wir die Reaktionen der anderen fürchten, wir uns unqualifiziert fühlen oder es einfach umbequem ist, sich für die eine Wahrheit zu positionieren in einer pluralistischen Welt, in der alles wahr und richtig ist.

Wir sind schüchtern wenn es um Evangelisation geht und verbannen sie eher in den Bereich des persönlichen Zeugnisses und vermeiden anschließend geistliche Gespräche.

Unser Pastor, Mike Lee, predigte vor kurzem über Evangelisation und stellte fünf Fragen, die von allen beantwortet werden sollten, die treu zum Missionsbefehl von Jesus stehen. Ich übernahm diese Fragen und fügte eine sechste hinzu. Die Fragen helfen dabei, unsere Abwehr beim Thema Evangelisation zu durchbrechen und uns zu zeigen wie wir zuversichtliche, fröhliche und effektive Weitersager der Guten Nachricht werden können.

Mit NEIN auf eine dieser Fragen zu antworten tötet unsere Evangelisation.

Frage Nummer 1 – Die Mitgefühl-Frage

Macht es uns betroffen, dass Menschen ohne Glauben an Jesus Christus für immer sterben werden?

Bevor wir Verkündiger der Guten Nachricht werden, müssen wir durch die Gute Nachricht zu mitfühlenden und liebevollen Menschen geprägt werden.

Und wenn wir glauben, dass Menschen ohne Jesus Christus verloren sind in dieser und in der nächsten Welt, dann sollte Mitleid unsere Motivation für Evangelisation sein.

Merke: Wir teilen die Gute Nachricht weil wir uns um die Menschen sorgen.

Frage Nummer 2 – Die Kultur-Frage

Wissen wir warum die Menschen das Evangelium ablehnen?

Was sind die meisten Gründe dafür, dass Leute sich entschließend nicht an Jesus zu glauben? Welche kulturellen und gesellschaftlichen Trends machen es schwer zu glauben? Sind es intellektuelle Gründe (existiert Gott wirklich?, stimmen die Wundergeschichten?), moralische (Gottes Gedanken über Sexualität) oder sind es Erfahrungen, die wir gemacht haben (andere Christen, die nicht das sind, was sie zu sein vorgeben, nicht die Vergebung Gottes akzeptieren können)?

Es heißt, das Francis Schaeffer (amerikanischer Theologe und Pastor) einmal gefragt wurde, wie er in einer Stunde das Evangelium mit jemandem teilt. Er sagte, dass er 55 Minuten zuhört und 5 Minuten redet. Denn nur dadurch würde er wissen, wie er das Evangelium zu erklären hätte um die Vorurteile des anderen zu überwinden.

Merke: Gute Missionare kennen die Kultur und hören den Menschen zu. 

Frage Nummer 3 – Die Inhalts-Frage

Wissen wir was die Gute Nachricht ist, die wir teilen?

Ich habe viele Menschen getroffen, die das Evangelium weitersagen wollen, aber zu dieser Frage keine Antwort finden. Wir werden keine wirksamen Missionare, wenn wir nicht wissen, was die Gute Nachricht ist. Therapeutische und moralische Verzerrungen des Evangeliums gibt es im Überfluss in unserer Kultur, die regelrecht von einem „therapeutisch-moralischen-Deismus“ überflutet wird. Wie sagen wir das Evangelium in einer Art und Weise weiter, die treu zur Bibel ist?

Merke: Missionare müssen die Gute Nachricht des Evangeliums kennen, das sie verkünden.

Frage Nummer 4 – Die Vertrauen-Frage

Glauben wir an die Kraft des Evangeliums?

Die Art und Weise wie wir unseren Unsicherheiten in der Evangelisation begegnen, liegt nicht in dem Vertrauen in uns und unsere überzeugenden Fähigkeiten, sondern im wachsenden Vertrauen in die Kraft des Evangeliums. Menschen, die nicht an diese Kraft glauben, werden das Evangelium nicht verbreiten. Aber Menschen die an Gott und seine Kraft durch das Evangelium glauben, vertrauen darauf, dass Gott selbst ihre holprigen Versuche über das Evangelium zu reden, segnen wird. Diejenigen, die Gott durch Änderungen in ihrem Leben am Werk sehen, werden am meisten begeistert sein, das Evangelium weiterzusagen. Die Kraft ist im Evangelium, nicht in uns.

Merke: Die Kraft des Evangeliums ist es was uns motiviert dieses weiterzusagen. 

Frage Nummer 5 – Die Engagement-Frage

Glauben wir das uns Gott die Verantwortung für Evangelisation gegeben hat?

Glaubst du, dass Gott dir diese Verantwortung gegeben hat? Glaubst du, dass die Verkündigung seines Wortes der Weg ist, wie er Menschen rettet?

Wenn du davon überzeugt bist, dass Gott andere Wege geht um Menschen zu retten, dann wirst du das Evangelium verschweigen. Wenn du davon überzeugt bist, dass Gott jeden Menschen rettet ob er glaubt oder nicht, dann wirst du ebenfalls das Evangelium verschweigen.

Diese Frage bezieht sich auf das eigene Engagement. Glaubst du, dass dir dieses Privileg und große Verantwortung gegeben wurden und das der Heilige Geist dich benutzt um Menschen zu Gott zu führen?

Merke: Wir werden nicht das Evangelium weitersagen solange wir nicht verstanden haben, dass es ein Privileg und eine Notwendigkeit ist. 

Frage Nummer 6 – Die Aufruf-Frage

Bist du bereit jemanden zu bitten, umzukehren und zu glauben? Und dann ihn im Glauben zu begleiten?

Manchmal sind wir großartig darin über Jesus zu reden, aber wir kommen nie an die Stelle wo wir jemanden einladen, seine Sünden zu bekennen, umzukehren und den Glauben an Jesus Christus festzumachen. Wir verbringen viel Zeit mit der Aussaat des Wortes, aber sind zurückhaltend wenn wir die Ernte einbringen sollen. Vielleicht ist es deshalb, weil wir Angst haben, dass sie NEIN sagen und wir enttäuscht sind. Oder es ist vielmehr, dass wir Angst haben, sie könnten JA sagen. Wenn Leute sich für Jesus entscheiden haben wir auf einmal Verantwortung, diese in unseren Gemeinden zu integrieren, sie zu taufen und ihnen alles beizubringen, was Christus uns befohlen hat.

Merke: Wir werden nicht Menschen zu Jesus rufen solange wir nicht bereit sind uns in diese Menschen zu investieren.

 

Im Original von Trevin Wax (http://www.thegospelcoalition.org/blogs/trevinwax/2015/02/19/answering-no-to-these-5-questions-will-stifle-your-evangelism/)

About Christian

Jahrgang 1984. Christian Graß absolvierte am Marburger Bibelseminar seine Ausbildung zum Erzieher und Jugendreferenten. Des weiteren ist er ausgebildeter Erlebnispädagoge. Die letzten Jahre arbeitete er als Mentor, Coach und Jugendevangelist deutschlandweit mit der *dzm (die mobile mission). Seit Oktober 2015 leitet er die junge Erwachsenenarbeit im Christus-Treff-Marburg. Außerdem macht er guten Kaffee im Begegnungscafé CON:TEXT.

2 Comments

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  2. routefinder

    Ein gutes Thema in dieser Zeit. Ich finde Evangelisation überhaupt nicht schrecklich – es muss nur unter den richtigen Vorzeichen geschehen. Christsein kann andere sehr beeindrucken. Ich bin deswegen grade auf der Suche nach Berichten: „Das habe ich mit Feindesliebe erlebt“ Das wäre mal ein interessanter Artikel

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