So bekommst du erfolgreich deinen ersten Burn-Out!

So bekommst du erfolgreich deinen ersten Burn-Out!

Ich möchte ehrlich sein: Jeder Punkt auf der Liste hat etwas mit mir zu tun. Es handelt sich um Dinge, die ich selbst bei mir in den letzten Monaten festgestellt habe. Im Dienst für Jesus auszubrennen ist nichts, dass plötzlich passiert wie ein Knaller, der an Silvester hochgeht. Das Gegenteil ist der Fall: es handelt sich um einen langsamen Prozess, der Zeit braucht, wie das halten eines brennenden Streichholzes. Wenn ich nicht vorsichtig bin, werden diese Dinge mich einholen, mich verbrennen und mich als Leiter lähmen.

Ich zweifle, dass ich der Einzige bin, der hier ein Problem hat. Hier ist also der Artikel: So erreiche ich erfolgreich meinen ersten Burn-Out.

1. Ignoriere die Zeit, die du mit Bibellesen und Gebet zubringst.

Im Dienst für Jesus zu stehen ist einfach – man kann es alles aus eigener Kraft machen. Es muss nicht auf Gott basieren. Verbringe stattdessen deine gesamte Zeit damit, anderen zu erklären, wie sie ihre Beziehung mit Gott weiterentwickeln.

2. Übernimm für alles die Verantwortung.

Sage „Ja“ zu was auch immer von dir verlangt wird. Es macht nichts, wenn es auch von anderen Mitarbeitern übernommen werden könnte. Übernimm die Arbeit einfach nur, weil du der Typ bist, den sie eh dafür bezahlen. Ausserdem: Ausser dir will das doch eh keiner machen; und ausser dir hat auch niemand dafür Zeit. Das Zeigt dir auch, wie wichtig die Arbeit allen Anderen ist.

3. Binde dich emotional an jede Situation.

Wann auch immer jemand etwas braucht, sei der erste der sich für die Arbeit anbietet. Und biete alle emotionale Unterstützung die die jeweilige Person braucht um von ihrem Problem gerettet zu werden. Schliesslich braucht jeder einen Retter.

4. Diene immer Gott in deiner Arbeit. 

Dieser Punkt ist so wichtig, dass du all deine private Ruhezeit dafür hergeben musst und sie mit guten Sachen wie Meetings, Events, Bibelstudium, Evangelisation, Missionsveranstaltungen, Gebetsveranstaltungen und Bastelgruppen auffüllst.

5. Versuche alles zu kontrollieren. 

Kontrolliere alle Planung, die Ergebnisse, die Zukunft, die Menschen, den Arbeitsplatz, das Wetter und Gott. Du bist der Erhalter des Werkes auf das alles aufgebaut ist. Wenn du mit deinen Augen nur eine Sekunde wegschaust, wird alles zusammenfallen und kaputtgehen.

6. Binde deinen Selbst-Wert an den „Erfolg“ deiner Arbeit.

Du investierst dein Leben in diese Arbeit für Gott! Wie auch immer sie wachsen wird, ist ein Indikator dafür, wie wichtig du bist, und wie zufrieden Gott mit deiner Arbeit ist. Wenn deine Arbeit nicht so gut läuft, dann stimmt was nicht mit dir.

7. Unterstütze geistliches Konsumdenken.

Der und die haben die Gemeinde verlassen und sind jetzt bei einer größeren, die Straße runter, weil sie eine bessere Jugendarbeit haben. Jetzt musst zu schnell nachziehen und das gleiche Programm nur besser in deiner eigenen Jugendgruppe umsetzen. Wenn nicht wird die Gemeinde einen Ersatz für dich als Jugendleiter finden müssen.

8. Konzentriere dich auf Events. 

Das kommt auch als Ergebnis von „7.“ Erinnere dich daran, dass die Vision und die Beziehungen nachrangig sind, wenn es um Events geht. Schau dir zum Beispiel Jesus an: Bei ihm ging es vor allem darum, dass er Dinge erledigte, nicht darum die Jünger weiter zu bringen durch Beziehungen oder ihnen die Vision für die Welt zu erklären.

9. Verweile in all den Problemen. 

Es stellt sich heraus, dass deine Jugendarbeit die einzige auf der Welt ist, die Probleme hat. Lass diesen Gedanken deine Zeit, dein Herz und deine Emotionen in Anspruch nehmen. Es ist wichtig, dass du dich auf innere Probleme konzentrierst, so dass du keine Zeit mehr dafür hast die verlorenen Seelen um dich herum zu erreichen.

10. Vermeide Transparenz um jeden Preis. 

Verwundbarkeit birgt das Potential von Verstoßung und Kritik in sich. Und du willst ja nicht, dass die Leute den Respekt vor dir verlieren. Als ein Leiter in der Gemeinde muss jeder von dir glauben, dass du perfekt, stark und unverwundbar bist. Sonst werden die perfekten Menschen in deiner Gemeinde keinen Grund mehr haben dir zu folgen.

11. Konzentriere dich nur auf das, was vor dir liegt.

 Eine riesige Vision für die Zukunft zu haben, macht es den Leute nur ungemütlich. Vermutlich wegen „5. Versuche alles zu kontrollieren“ aus dieser Liste. Leidenschaft kann ansteckend wirken und die Arbeit in eine verängstigende und risikoreiche Richtung lenken. Also ist es das Beste Träume ganz und gar zu meiden. Es ist immer sicherer ohne Ziel herumzuwandern, indem man auf seine Füsse starrt, als auf Gottes schönen Horizont zuzulaufen und zu riskieren, dass man fällt.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung von „How I will crash and burn (out) in youth ministry“ von Tim Schmoyer.

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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