Vollmacht – Martyn Lloyd Jones

Vollmacht – Martyn Lloyd Jones

Zur Zeit lese ich ein richtig gutes Buch. Es heisst Vollmacht von Martyn Lloyd Jones. Der bereits verstorbene Autor, einer der besten Prediger des letzten Jahrhunderts, greift zu Anfang folgende Frage auf: „Warum hat die heutige Kirche ihre Vollmacht verloren?“

Die Antwort gibt er dann indem er in drei Themenkreisen an das Thema rangeht:

  1. Die Vollmacht Jesu Christi
  2. Die Vollmacht der Heiligen Schrift
  3. Die Vollmacht des Heiligen Geistes

Das Buch ist gerade deshalb so gut, weil es in wenigen Sätzen präzise die Gründe aufzeigt, und was man tun kann um Gottes Heiligkeit wieder in den Mittelpunkt der Gemeinde zu bringen.

Einen kleinen Abschnitt möchte ich euch nicht vorenthalten. Es geht um die richtige Herangehensmethode an die Heilige Schrift:

„Im Blick auf die oben genannten Positionen ergibt sich die Frage: Wie sollen wir an Autorität und Vollmacht der Heiligen Schrift herangehen? Der begrenzte Raum, der zur Verfügung steht, erlaubt es mir nur, einige Linien zu ziehen, die ich für notwendig halte.

1. Die Schrift muss als Ganzes gesehen werden. Wenn wir an diese Frage herangehen, dann ist es von allergrößter Wichtigkeit, die Bibel als Ganzes zu sehen. Wir dürfen nicht mit Einzelheiten beginnen. Es gibt viele Menschen, die meines Erachtens hier Schwierigkeiten haben, weil sie diese oder jene Einzelheit herauspicken. Sie sind so in ihre Einzelfrage vertieft, dass sie das Ganze verfehlen. Ich weiß, das Ganze besteht aus Einzelteilen, aber das Ganze ist nicht nur die Summe der Einzelheiten.

Bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit und Autorität der Heiligen Schrift ist nichts wichtiger als zuerst mit ihr als ganzes zu beginnen. Einzelheiten müssen demnach im Licht des Ganzen betrachtet werden und nicht umgekehrt. Dieser Grundsatz gilt auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Ich will das an einem Beispiel deutlich machen, wie England Kanada in das Commonwealth übernommen hat. Die Engländer haben Kanada ja den Franzosen abgenommen. Das ist in der Schlacht von Quebec 1759 geschehen. Obwohl diese eine Schlacht entscheidend war, hat es noch viele Jahre gedauert, und es hat noch viele Scharmützel gegeben, bevor die Engländer das ganze Land befriedet hatten. Das ist es, was ich meine, wenn ich zwischen den Einzelheiten und dem Ganzen unterscheide. Eine ähnliche Methode müssen wir verwenden, wenn wir an die Heilige Schrift herangehen. Es gibt in der Schrift Einzelheiten und Abschnitte, die schwierig und problematisch sind. Sollen wir nun das Ganze ablehnen, weil wir irgendwo eine untergeordnete Schwierigkeit haben? Wird eine wissenschaftliche Theorie oder These nur deshalb abgelehnt, weil in einer bestimmten Phase unwichtige Einzelheiten nicht erklärt werden können? Soll ich an der Existenz und dem Wert der Sonne zweifeln, nur weil es Sonnenflecken gibt? Niemals, das wäre eine unsinnige Beweisführung. Die Bibel ist ein Ganzes. Ihre Autorität muss auch so gesehen werden. Nehme ich nun diese Stellung ein, so bedeutet das nicht, dass damit alle Randfragen, Probleme und Schwierigkeiten ausgeräumt sind. Aber es ist schon mehr als tragisch, wenn jemand mit einer Nebensache beginnt, und weil er mit dieser Nebensache nicht fertig wird, zu dem Schluss kommt: „Ich kann die Glaubwürdigkeit der Bibel keineswegs anerkennen!“ Ich werde später noch weitere Gründe anführen, warum solche Haltung unsinnig ist… “ (Vollmacht, Martyn Lloyd Jones, S.42f)

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

1 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.