Von Mann zu Mann: Versagen lernen

Von Mann zu Mann: Versagen lernen

Lernen, zu versagen

Die heutige Generation junger Männer wurde verhätschelt und über-behütet.

„… eine Zeit zum Niederreißen und Aufbauen…“ (Prediger 3,3, HFA)

Es wird eine Zeit geben, wo du versagen wirst. Im Leben wird dir eine ganze Litanei an Möglichkeiten geboten, etwas auszuprobieren und zu versagen. Schule, Sport, Arbeit, Beziehungen, Familie oder dein Glaube an Christus.

Für manche Männer kann Versagen ein überwältigendes Gefühl von Scham, Herzschmerz und Enttäuschung mit sich bringen. Andere kehren die Gefühle unter den Teppich ihrer Männlichkeit und tun so, als sei alles in Ordnung. Beide Reaktionen auf Versagen sind schlechte Beispiele dafür, wie wir auf Versagen reagieren können.

In Christus bestimmt nicht unsere Leistung Gottes Liebe für uns. Wir sind frei unser Versagen zuzugeben, da es uns nicht definiert oder ruiniert.

Zeige den Männern Gottes Buße und folge Christus mit neuer Kraft.

Ich weiß, das sträubt sich gegen alles, was uns je beigebracht wurde, nämlich die Vorstellung von Sieg und der Gedanke, dass wir das tun können, was uns Spaß macht ohne die Konsequenzen zu ernten, wenn wir versagen und es dann doch irgendwie schaffen, an der Spitze zu stehen, selbst wenn wir versagen.

Hart und Zart

Vor kurzem habe ich mit einem jungen Mann gesprochen, dessen Mentor ich bin. Er hat Probleme damit, Verantwortung zu übernehmen und als Ergebnis hat er einen niedrigen Rang in seiner Firma. Er bekommt keine Leitungspositionen und er bekommt auch keine Stellen, an denen sich die Leute auf ihn verlassen müssen.

Ich habe so oft an seiner Stelle gestanden, wenn ich versagt habe. Das waren Zeiten, in denen ich eine verbindliche, direkte Beurteilung über mein Versagen gebraucht hätte. Eine, die gesagt hätte, wo ich nicht das gemacht habe, was ich versprochen hatte und eine klare Ermahnung, meinen Mann zu stehen und die Verantwortung zu übernehmen. Ich brauchte diese harte Zwiesprache – sie war bekannt als „Seinen-Mann-Stehen-Gespräch“. Dieses Gespräch konnte ausschlaggebend für den Lebensweg eines der jungen Männer sein, die wir coachten. Aber das kann nicht alles sein, worum es geht. Es kann nicht immer nur um die alte „Harte-Kerle-Routine“ gehen – nein, wir haben mit einem ganz anderen Monster zu kämpfen.

Gott beruft uns Männer dazu, hart und zart zu sein, herausfordernd und liebevoll. Manche Menschen sind bereit, hart zu sein, aber niemals zart und manche sind immer zu zart und werden nie hart sein. Bist du bereit, die Herausforderung anzunehmen, beides zu sein?

Zurzeit verhätschelt

Es gibt einen deutlichen Unterschied in der Art und Weise wie Männer in den ungefähr letzten 20 oder so Jahren behandelt wurden. Statt in der Lage zu sein, zu versagen und zu fallen, wurde die jetzige Generation junger Männer verhätschelt und überbehütet. Sie wurden durch einen Vakuumeffekt geformt, als Folge vom Fehlen starker christlicher Männer und Vaterfiguren. Dieses Vakuum hat Männer geschaffen, die stärker passiv und verwirrt darüber sind, was es heißt, ein Mann zu sein, als jede andere Generation von Männern in der Geschichte. Diese Generation muss anders behandelt werden und das aktuelle Verständnis eines „Seinen-Mann-Stehen-Gesprächs“ muss umgeändert werden, wenn wir diese jungen Männer für Jesus gewinnen wollen und sie ermutigen wollen, als von Gott gewollte Männer zu leben, die ihre Familien und Gemeinden lieben, beschützen und versorgen.

Zeige, dann erzähl

Wenn wir uns in den nächsten Jahren mit jungen Männern beschäftigen, müssen wir das mit einer stärker emotionalen Bestimmtheit tun. Ihnen wurde nie erlaubt, das volle Gewicht ihrer Verantwortung oder ihres Versagens zu spüren. Statt ihnen zu sagen, was sie tun sollten müssen wir ihnen in erster Linie zeigen bzw. vorleben, was es heißt, ein Mann zu sein.

Junge Männer für das zu gewinnen, was sie grundsätzlich zu Männern macht, ist notwendig um die nächste Generation christlicher Leiter aufzuziehen. Warum, glaubst du, strömen junge Männer zu starken männlichen Personen wie Mark Driscoll und Matt Chandler? Weil sie in diesen Männern etwas sehen, was in anderen nicht sehen; sie sehen starke christliche Männer, die ihre Familien und Gemeinden lieben, aber nicht auf Kosten ihrer Männlichkeit.

Lasst sie es wagen, ein Leben zu leben, das es wert ist, berufen zu werden.

Wenn wir das Fundament gelegt haben, was es heißt, ein biblischer Mann zu sein, können wir beginnen, die junge Männer in Richtung Jesu‘ Vorbild und dem Bau seines Königreichs (Matthäus 9,32) und weg vom Komfort ihres eigenen Königreichs zu leiten. Jesus, sowohl harter als auch zarter Mann, ist unser immer perfektes Beispiel wie Gott Männer geplant hatte.

Baue sie mit Liebe auf. Sie müssen wissen, dass wir als ihre Pastoren sie lieben – also sagt es ihnen. Diese jungen Männer wuchsen in einer sexuell pervertierten Welt voll mit oberflächlichen Beziehungen auf. Sie wollen wissen, dass du sie liebst und dass du sehen möchtest, wie sie zu gottgefälligen Männern werden.

Gottgefällige Männer tun Buße / bereuen

Dann lass sie es wagen – ein Leben wagen, dass es Wert ist berufen zu werden, zu dem sie berufen sind (Eph. 4,1). Sie werden versagen aber sie müssen wissen, dass Versagen nichts Schlimmes ist. Sie wurden die Mehrheit ihres Lebens beschützt; sie müssen wissen, dass es erforderlich ist darin zu wachsen, Jesus ähnlicher zu werden. Gib ihnen Beispiele von Männern, die versagt haben, die bereuten und Christus mit einer neuen Leidenschaft nachfolgten: König David (Psalm 51), der Apostel Paulus (Apostelgeschichte 2,14-41) und du selbst! Zeig ihnen dass gottgefällige Männer Buße tun und Christus mit neuer Kraft nachfolgen (Lukas 3,8).

Möge Gott uns seine Gnade gewähren wenn wir uns damit abrackern, die nächste Generation Männer in die großartige Verantwortung des Leitens und Liebens ihrer Familien und Gemeinden zu berufen.

Im Original von Ryan Williams erschienen unter dem Titel „learning to fail“ auf http://theresurgence.com.

About Daniel Monshausen

Jahrgang 1984, verheiratet und 3 Kinder. Seit mehr als 8 Jahren ist Daniel als Jugendleiter in der Freien evang. Brüderversammlung in Metzingen aktiv. Er hat eine einjährige Grundlagenausbildung am EBTC Zürich absolviert. Seit 4 Jahren ist er Verantwortlicher im Holynetwork mit dem Schwerpunkt holynetwork.de.

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