Was im Mittelpunkt in einer guten Andacht steht

Was im Mittelpunkt in einer guten Andacht steht

Huui, dachte ich mir. Wenn ich sagen möchte, was das allerwichtigste in einer guten Andacht ist, bewege ich mich auf dünnem Eis. Jeder hat bestimmt eine etwas andere Auffassung von dem, was im Zentrum einer bewegenden Andacht stehen sollte. Und trotzdem wage ich es zu behaupten, dass Dr. Martyn Lloyd-Jones den Nagel hier auf den Kopf trifft. Den Text solltet ihr unbedingt verinnerlichen, weil er euch hilft das Richtige mit euren Andachten zu erreichen. Die Hervorhebungen sind von mir, damit ganz faule Leser auch noch im Überfliegen das wichtigste mitbekommen…

Die zentrale Wirklichkeit: Jesus Christus

„Sobald wir als bibelgläubige Christen die große Sache der Offenbarung angehen, kommen wir sofort zu der Person des Herrn Jesus Christus. Gott hat sich auf verschiedene Weise geoffenbart. Er hat sich in der Schöpfung geoffenbart. Von daher argumentiert der Apostel Paulus in Römer 1,19 ff, so dass wir uns nicht entschuldigen können, wenn wir ihn da nicht sehen. Wir erkennen aber Gott in der Schöpfung nicht, wie er wirklich ist, weil die Sünde uns daran hindert. Die Offenbarung ist da, aber wir sehen sie nicht. Die Geschichte ist ein weiteres Offenbarungsfeld Gottes. Dann hat sich Gott im Alten Testament den Vätern verschiedentlich offenbart. Wir wollen uns jetzt aber hauptsächlich mit der Person Jesus Christus befassen.

In der ganzen Heiligen Schrift geht es eigentlich nur um ihn. Das Alte Testament sagt und, dass er kommen wird. An manchen Stellen sind diese Aussagen klar und deutlich, an anderen verhüllt und unbestimmt. Eindeutig ist aber, dass Gott etwas tun wird und dass einer kommen wird. Eines Tages wird einer eine Stimme erheben, eine Autorität wird sprechen. Im Alten Testament ist alles in Erwartung, bildlich wie auf den Zehenspitzen stehend. Das Neue Testament ist dann erfüllt mit Jesus Christus.

Dies möchte ich ganz praktisch am Apostel Paulus verdeutlichen, unserem großen Vorbild in Sachen Predigt, Lehre und Evangelisation. Als Paulus anfing, in Korinth das Evangelium zu Predigen, hat er sich dahingehend entschieden, nichts anderes zu wissen als Jesus Christus, und zwar den gekreuzigten. Das hat Paulus bewusst und vorsätzlich getan. Er war entschlossen, keine Zeit mit zweitrangigen Themen zu verlieren. Er fing nicht mit philosophischen Argumenten an, um dann stufenweise an die Wahrheit heranzuführen. Nein, er fing an, indem er den Herrn Jesus verkündigte. In Galater 3,1 gebraucht der Apostel eine sehr eindeutige Sprache. Er erinnert die Galater daran, wie er ihnen den gekreuzigten Christus vor Augen gemalt hat, plakatiert hat. Er verstand sich als Plakatträger für Christus.

Mehr und mehr werde ich davon überzeugt, dass wir zu solcher Eindeutigkeit zurückkehren müssen. Ich bin nicht sicher, ob wir in den vergangenen Jahrzehnten die Verteidigung des Christentums nicht überbetont haben und ob diese Haltung nicht ein Hindernis geworden ist. Ich sage nicht, dass Verteidigung (Apologie) unnötig ist. Ich sage aber, dass wir damit der Welt nur auf ihrer eigenen Ebene begegnen. Wir beschränken uns nicht wie der Apostel Paulus, nichts zu wissen als den gekreuzigten Jesus Christus.

Der Apostel Paulus sagt, wir müssen Narren werden um des Herrn Jesus Christus willen. „Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt weise zu sein in dieser Welt, der werde ein Narr, auf dass er möge weise sein.“ (1. Kor 3,18). Wir beginnen mit ihm, wir proklamieren ihn, wir halten ihn den Leuten vor, denn er ist die letzte und endgültige Autorität. Wir beginnen mit der Person Jesus Christus, denn sie ist in der Tat die Grundlage unserer Position. Mit der Person Jesu Christi steht oder fällt alles.

Es ist für mich schon bezeichnend und überraschend, wie wir als evangelikale Christen dies immer wieder zu vergessen scheinen. Ein Grund dafür mag unsere große Vertrautheit mit der Bibel sein. Uns ist der Inhalt der Heiligen Schrift so geläufig, dass wir „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Ich bin überzeugt, dass ein Grossteil unserer Schwierigkeiten hier ihre Ursache hat. Wir verlieren den Blick auf die Hauptsache, weil wir von Einzelheiten eingenommen sind. Das Gesamtbild ist uns verloren gegangen. Könnten wir nur selbst etwas zurücktreten und das Neue Testament oder die ganze Heilige Schrift als Ganzes betrachten, wir würden höchst erstaunt sein, wie stark das Neue Testament die überragende Autorität und Vollmacht des Herrn Jesus herausstellt. Wenn das, was uns im Neuen Testament über den Herrn Jesus gesagt wird, nicht stimmt, dann hat es uns eigentlich überhaupt nichts zu sagen.

Quelle: „Vollmacht, Dr. Martyn Lloyd-Jones, S. 16ff.“

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

2 Comments

  1. waelti

    Na Hallo,
    Blog gefällt mir gut, werde ich auch in eine Linkliste aufnehmen. Jung, fetzig. Is gut.

    Aus verständlichen ( 😉 ) Gründen muss ich ja nicht mit allem, was eine Gute Andacht ausmacht, einig sein. Habe da so meine Probleme, wenns gleich am Anfang um die Sünde geht. Aber da darf ich ja auch meine eigene Meinung haben?

    Die Aussage – in der ganzen Heiligen Schrift geht es eigentlich nur um ihn (Jesus) – halte ich nicht für richtig. Aber da könnte man lange drüber diskutieren.

    Den unteren Teil, also der Versuch einen Überblick zu gewinnen, den finde ich besser. Den Walt musst Du noch in Wald ändern.

    Und – unabhängig vom Thema: Wenn so lange ´Zitate´ gemacht werden, sollte wenigstens ein richtiger Link auf die Quelle rein. Unabhängig davon, ob das mit dem Copyright Holder eventuell abgestimmt ist. Es geht auch um Duplicate Content. Also um Google.

    Grüsse

  2. Andy

    Hey Waelti,

    cool, dass Dir holysheep gefällt. Und danke für den Hinweis auf den Rechtschreibfehler.

    Kennst Du dich mit Copyright aus? Mich würde sehr interessieren, ob so lange Zitate überhaupt gemacht werden dürfen.

    Das die ganze Bibel Jesus im Mittelpunkt hat ist einen eigenen Artikel wert! Das schreibe ich mir mal für später auf. Dann können wir da ne gute Diskussion starten. 😉

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