Was ist die Aufgabe eines Jugendpastors eigentlich?

Was ist die Aufgabe eines Jugendpastors eigentlich?

In dem Buch „Already Gone, Why your kids will quit church and what you can do to stop it“ schreiben die Autoren Ken Ham und Britt Beemer, was die eigentliche Aufgabe eines Jugendpastors sein soll. So kommen sie in ihrem Buch zurück zu den Wurzeln des Jugendleiterseins:

Deine Berufung als Jugendpastor ist es, das Wort zu verteidigen und ebenso auch gemäß dem Wort zu leben.

Dein Auftrag lässt sich in der Bibel finden: „Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.“ Sprüche 22,6

Eines der auffallendsten Untersuchungsergebnisse der von ihnen durchgeführten Untersuchung ist die große Möglichkeitenvielfalt Jugendarbeit in Amerika zu betreiben. Diese wurde und wird so gut genutzt, dass im Durchschnitt vier von fünf Jugendlichen sagen, dass sie in ihrer Teenagerzeit ca. 2 Monate lang eine Gemeinde besucht haben (81%). Dieses Ergebnis steht representativ für einen Einfluß der Gemeinden auf die 24 Millionen Teens in Amerika. – Barna Research.

Als Jugendleiter solle man sich bewusst machen, dass man mit Menschen arbeitet die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen. Sie werden eines Tages die Jugendarbeit und die Gemeinde verlassen, und höchstwahrscheinlich werden 60% von ihnen nie wieder etwas mit einer Gemeinde zu tun haben. „Sind deine Jugendlichen schon weg (already gone)?“

Um das herauszufinden, stellt Kinnaman, einer der Autoren, einen neuen Test für eine „erfolgreiche“ Jugendarbeit vor:

Viele Jugendgruppen in Amerika brauchen eine Generalüberholung – Nicht weil es den Gemeinden nicht gelingt attraktiv für eine große Anzahl von Jugendlichen zu sein, sondern weil so viele Bemühungen einfach keinen tragfähigen Glauben produzieren. Für die Meisten flacht der Glaube nach dem Abitur ab. Sicherlich gibt es effektive Jugendgruppen im ganzen Land, aber die Stufen des Loslösungsprozesses unter den Zwanzig- bis Dreißigjährigen zeigt auf, dass Jugendarbeit meistens bei der Jüngerschaft und dem vermitteln eines gesunden Glaubens scheitert.

Ein neuer Standard für eine funktionsfähige Jugendgruppe sollte nicht die Anzahl der Teilnehmer, die Perfektion der Events oder der „Coolness“ Faktor sein, sondern ob die Jugendlichen eine Hingabe, eine tiefe Leidenschaft und die Mittel haben um Jesus Christus absichtlich und mit ganzem Herzen zu folgen – auch nachdem sie das Nest der Jugendarbeit verlassen haben.

Man bekommt wahrscheinlich nicht oft im Leben die Möglichkeit viel darüber nachzudenken. Viele Jugendpastoren sind jung, kommen gerade aus der (Bibel-)Schule und werden von Gemeinden sofort mit dem „hole Jugendliche hier rein, koste es was es wolle“ Ansatz eingestellt. Du wirst dafür bezahlt Kinder in die Gemeinde zu holen um sie zu beschäftigen. Spaß, Musik und Entertainment kann ganz schnell zum Mittelpunkt deiner Kreativität werden. (Das Wort zu verteidigen und nach ihm zu leben werden schnell zu sekundären Prioritäten). Du hast aber mehr zu bieten als das. Du wurdest strategisch plaziert, in einer strategisch wichtigen Lebenssituation. Und du kannst einen enormen Unterschied machen, der ein Leben lang halten wird. Dafür musst du nur bereit sein über deine Besucherzahlen an einem Freitag Abend hinwegzusehen.

Angriffspunkte:

  • Geh auf deine Knie und verpflichte dich für eine effektive Jugendarbeit. Du musst vielleicht bereuen, dass du die Akzeptanz von anderen Leuten mehr gesucht hast wie Gottes Willen, den du vermutlich bereits kennst. Du musst vielleicht um Vergebung dafür bitten, dass du Gottes Wort bloßgestellt (kompromittiert) hast um deine Arbeit für die Jugendlichen attraktiv und lustig zu machen. Bereue das alles und bitte Gott darum, dich auf eine neue und unvergängliche Weise zu führen.
  • Rüste deine Eltern aus. Das ist vielleicht sogar das allerwichtigste, was du tun kannst. Mache „Elterntrainig“ zu einem Teil deines Aufgabengebiets und leg dann los. Ich weis, so richtig neu ist der Gedanke auch nicht, aber wie viele Jugendpastoren schenken dieser Art von strategischer Jugendarbeit wirklich viel Beachtung. Arbeite in Verbindung mit deinen christlichen Leitern (Lehrern, Pastoren, Pädagogen, Dozenten) so dass du eine Armee von Eltern hast, die in der Lage ist ihre eigenen Kinder zu coachen und von Anfang an in der Nachfolge Jesu Christi anzuleiten.
  • Hilf Jugendlichen bei der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeit nachzudenken und ihr eigenes Weltbild zu erstellen. Höchstwahrscheinlich werden deine Jugendlichen bereits mit säkularen Einflussen bombardiert. Du kannst ihnen beibringen, wie man das Wort verteidigt, und wie man das Wort in einer feindseligen (antagonistischen), anti-Christlichen Welt lebt.

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Already Gone: Why Your Kids Will Quit Church and What You Can Do to Stop It

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

4 Comments

  1. Andy

    Hey Waldy,

    das Buch beschäftigt sich auf den ersten 95 Seiten mit Statistiken die beispielsweise aufzeigen, dass viele Jugendliche nachdem sie durch die Sonntagsschule und Jugendarbeit gegangen sind eine viel schlechtere Ethik haben. Nach dieser Feststellung – die natürlich nur den amerikanischen Boden erfasst – werden auf den nächsten 100 Seiten einige Lösungsversuche aufgezeigt, verschiedene Kirchenmodelle analysiert und viele Ressourcen für alle Kategorien von Gemeindemitarbeitern aufgelistet.

    Also deine erste Frage kann ich mit einem klaren „ja“ beantworten: Wenig Polemik, viel Wissenschaft. Es macht Spaß in dem Buch zu Blättern, nicht zuletzt wegen der großen Schrift und der aufschlussreichen Grafiken. … Ich liebe Bilderbücher.

    Die zweite Frage muss ich aber leider auch mit „ja“ beantworten. Alle Ressourcen (darunter viele DVD’s für Jugendleiter) sind in englischer Sprache.

    Für den deutschen Raum sollten wir mal so ein Buch schreiben.:)

    lG
    Andy

  2. Pingback: Zeitalter der Jugendräume – braucht man einen?

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