Wie du Kritik anbringst, ohne andere zu verletzen.

Wie du Kritik anbringst, ohne andere zu verletzen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Stefan Hänsch. Wenn du einen Gastbeitrag für Holysheep schreiben willst, lies die Richtlinien für einen Gastbeitrag.

Unbedacht formulierte Kritik ist oft ein Messerstich mitten in die Seele. Negatives Reden hat schon zuviele Träume und Visionen von Menschen zerstört. König David erlebte eine Situation, in der er  unter “üblem Gerede” von Menschen leidet und formuliert das messerscharf in den Psalmen:

“Mit deinen Worten verletzt du andere wie mit einem scharfen Messer, du Lügner!” – Die Bibel, Psalm 52:4

Eine weitere Stelle in der Bibel beschreibt dagegen die andere Seite. Es geht darum, was Worte bewirken können, wenn sie “weise” eingesetzt werden.

“Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten , sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung.” – Die Bibel, Sprüche 12:18


Der Zweck eines Feedbacks

Menschen die Dir Feedback geben, wollen dir nichts “Böses”. Im Idealfall sind sie kostenlose Unternehmensberater, die an Deinem Erfolg und an Deiner Weiterentwicklung interessiert sind. Wenn es Dir gelingt, ihre Meinung anzunehmen, dann  bekommst du die Chance, Dinge in einem anderen Licht zu betrachten, noch einmal zu überdenken, und gegebenenfalls auch zu revidieren. Egal, ob Dein Gegenüber Dir neue Argumente für Deine Einstellung liefert oder Dir schlüssig belegen kann, dass du doch daneben liegst; — Du kannst nur gewinnen!

Aber selbst die beste und gerechtfertigste Kritik  wird auf taube Ohren stoßen, wenn sie Dein Gegenüber verletzt. Niemand hört gern Kritik, — auch, wenn sie hilfreich ist. Ich möchte Dir deshalb gern 2 Methoden vorstellen, die es Dir ermöglichen, mit Deiner Kritik prägenden Einfluss auf die die Entwicklung einer Person zu nehmen, anstatt sie lediglich vor den Kopf zu stoßen.


Das geWIEVte Feedback

W steht für WAHRNEHMUNG

Leite jedes Feedback ein, indem Du Deine Eindrücke wiedergibst, und bleibe dabei wirklich bei Dir selbst! Sprich konkrete Punkte an und formuliere Deine Aussagen bewusst in der ICH-Form. Mach’ dem Empfänger keine Unterstellungen. Also nicht: “Du hast mich übergangen!”, sondern: “Ich bin während der Sitzung nicht einmal zu Wort gekommen.”

I steht für INTERPRETATION

Überlege Dir, warum sich Dein Gegenüber bestimmte Verhaltensweise an den Tag legen könnte. Versetze Dich in seine Lage. Dadurch signalisierst Du auch, dass Dir Dein Gegenüber wichtig ist. Auch hier sage nicht: “So ist es!”, sondern teile Deine Gedanken mit: “Ich denke dass du sehr aufgeregt warst, weil du zum ersten Mal die Sitzung moderiert hast”.

E steht für EMPFINDUNG

Formuliere, was Du empfunden hast. Sprich’ offen über Deine Gefühle und sage, was das Verhalten Deines Gegenübers bei Dir ausgelöst hat, z.B. “Ich fühlte mich übergangen und mit meiner Meinung nicht ernst genommen.“

V steht für VERHALTENSWUNSCH

Sprich jetzt ganz offen aus, was Du Dir beim nächsten Mal anders wünschst. Stelle hier keine Forderung, sondern äußere einen Verhaltenswunsch: „Ich wünsche mir, dass du beim nächsten Mal alle Teilnehmer in das Gespräch mit einbeziehst.“

Das geWIEVTe Feedback schafft eine wertschätzende Kommunikationskultur während einer Feedback Runde in einer größeren Gruppe.  Sie ermöglicht dir in relativ kurzer Zeit Dinge konkret anzusprechen. Wenn mehrere Leute zu Wort kommen sollen, würde ich diese Art Feedback bevorzugen.

Image: Suat Eman / FreeDigitalPhotos.net

1 Comments

  1. Andy

    Wir haben das eine-Hand Feedback in unserer Jugendgruppe schon einige male verwendet. Dabei hatten die Jugendlichen echt Spaß, weil jeder zu jedem einzelnen Finger etwas sagen sollte.

    So kommt in einer Feedbackrunde keiner zu kurz, und man lernt gerade nach Events, was man nächstes mal besser machen kann.

    Wir hatten allerdings eine leicht abgeänderte Form:
    Daumen: Was war gut an der Veranstaltung?
    Zeigefinger: Worauf möchte ich hinweisen?
    Mittelfinger: Was hat mir nicht gefallen?
    Ringfinger: Wie waren die Beziehungen?
    kleiner Finger: Was kam zu kurz?

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