Wie übersetzt man „Relational Ministry“?

Wie übersetzt man „Relational Ministry“?

Eine warme Umarmung, ein heiterer Blick. „Hey, schon viel zu lange nicht gesehen!“, und innerhalb von Minuten ist ein Gespräch im Gange. Zwei Menschen, die sich gern haben. Einer glaubt an Jesus. Der andere nicht. Jugendarbeit ist mehr als nur Lehre.

Es ist schön, wenn sich Jugendliche in einer kirchlichen Jugendgruppe treffen. Es ist schön, wenn ein Familienleben über Sonntagsschule zur Gemeindejugend führt. Oder wenn ein guter Freund/eine Freundin zu der coolen Jugendgruppe einladen. Aber was ist, wenn man niemand kennt, der was mit „der Kirche“ oder „Gott da oben“ am Hut hat? Was ist mit all den unzähligen Jugendlichen, die tagtäglich zur Schule gehen, die zwischen Trends und Geld hin- und herjagen, weil ihnen noch niemand erzählt hat, dass nichts davon auf Dauer hilft? Leider ist „outreach“ für viele christliche Jugendgruppen ein kniffliges Thema. Es gehört selbst empfundene Überzeugung dazu, um Freunde aus der Schule einzuladen. Gott und Jesus haben einen schwierigen Ruf in Deutschland. Vielleicht überall. Aber es geht auch anders.

Ein junger Mann geht über den Schulhof. Manche kennen ihn, andere schauen etwas komisch. Er ist Schulseelsorger. Einmal die Woche spielt er mit ihnen Fußball. Irgendwer spielt immer mit. Die Probleme und Sorgen von Teenagern interessieren ihn. Er ist ein guter Zuhörer. „Warum interessiert Dich das überhaupt? Du gehst doch heim, und es ist Dir egal!“ Das hört er öfter. Dann sagt er, dass Gott jeden liebt. Dass er gern helfen möchte. Er ist da, wo die Kids sind. Er ist da, wenn sie ihn brauchen. No strings attached. Er ist ihr Freund.

Das ist „Relational Ministry“.

Young Life ist eine gemeinnützige Organisation, die diese Art der Kontaktaufnahme perfektioniert hat. Ihre 7000 Mitarbeiter sind seit 70 Jahren in 50 Ländern dieser Erde vertreten, weil sie wollen, dass alle Jugendlichen auf der ganzen Welt von Jesus erfahren. Every kid. Jedes Kind soll die Chance bekommen, „ja!“ zu Jesus und zum Evangelium zu sagen. Oder auch „nein!“ zu sagen, aber einen Freund zu haben, der trotzdem da ist. Der an sie glaubt. Der zuhört. Der dort ist, wo Teenager sich treffen, weil er Anteil haben möchte. Weil er sie liebt.

YL Club in Santa Barbara, CA, USA. In einer Garage.

Einmal pro Woche gibt es einen so genannten „Club“. Der findet oft in öffentlichen Lokalen statt, manchmal in Garagen, oder in einem geräumigen Wohnzimmer. Alle, die Lust haben, sind eingeladen. Die Teens spielen Spiele, singen Lieder, die oft einfach mainstream aus dem Radio sind, erleben Gemeinschaft, Spaß, Unbeschwertheit. Dann kommt der Clubtalk. Es geht um das Evangelium, um Jesus, um eigene Erfahrungsberichte der Leiter mit dem Glauben, mit Gebet, mit Gott. Danach wird in Kleingruppen diskutiert. Keiner wird zu irgendetwas gezwungen, Fragen sind willkommen, und keiner muss am Ende des Abends Christ sein. Der Fokus wird immer Jesus’ Botschaft sein. Aber es wird keiner mit der Bibel erschlagen.

In den Ferien gibt es Camps. Abenteuer-Outdoor-Camps. Sie sind bezahlbar, es gibt keine Begrenzung, jeder kann gerne mitkommen. River rafting auf der Isar. Klettern an Steilfelsen. Eine Woche in der Tschechei. Eine Woche am Gardasee. Die Vorarbeit ist minutiös, Gebet trägt jeden Schritt. Erfüllt von Jesus’ Liebe und Gottes Geist ist jeder der Leiter mit ganzem Herzen dabei, bei jedem Programmpunkt. T-Shirts färben. Ballspiele. Musikabend. Waldparcours bei Nacht. Lagerfeuer mit Würstl. Jahrmarkt mit Buden und Spielen. Jeder der Mitarbeiter würde alles und mehr geben, um den Jugendlichen die beste Woche ihres Lebens zu vermitteln. Weil Jesus alles und mehr gegeben hat.

Es ist das Beeindruckendste, was ich jemals erlebt habe. Simple, fühlbare Liebe für alle Jugendlichen, die da waren. Weisse Teens, farbige Teens, behinderte Jugendliche, Troublemaker, sie waren alle da. Sie alle haben den Satz gehört: „There is a God shaped vacuum in the heart of every man which cannot be filled by any created thing, but only by God, the Creator, made known through Jesus.”, vor langem gesagt von Blaise Pascal. Nicht alle haben das Vakuum in ihren Herzen mit Gott gefüllt. Es werden auch nicht alle tun. Aber alle haben einen Freund, einen Young Life Leader in ihrer Nähe, der sich um sie kümmert.

„Ich liebe meine Jugendlichen. Natürlich will ich, dass sie Jesus annehmen. Aber mit meiner Liebe für sie hat das nichts zu tun.“. Das ist vermutlich die beste Übersetzung von „Relational Ministry.“

www.younglife.org

www.younglife24.de

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Nina Ricca.

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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