Woher weiß ich, dass ich fürs Pastorenamt berufen bin?

Woher weiß ich, dass ich fürs Pastorenamt berufen bin?

Dies ist ein übersetzer Beitrag von David Murray, er ist u.a. Professor für praktische Theologie am Puritan Reformed Theological Seminary in Michigan. Wenn Du einen Gastbeitrag für Holysheep schreiben willst, lies die Richtlinien für einen Gastbeitrag.

Ich werde oft gefragt, „Woher weis ich, ob ich für das Pastorenamt berufen bin?“ Hier ist eine kleine Checkliste mit Fragen die ich in einem solchen Gespräch stellen würde:

1. Habe ich ein heiliges Begehren (1. Tim 3,1)?

Da ist nichts falsches dran, Pastor werden zu wollen. Tatsächlich ist es so, dass wenn Gott einen Mann beruft, gibt er auch ein starkes Begehren für die Arbeit in sein Herz hinein.

Ein heiliges Begehren für das Pastorenamt wird dann von einer Leidenschaft für die Ehre Jesu Christi und die Erlösung von wertvollen Seelen weiter angefacht. Bis zu einem bestimmten Punkt sollte jeder Christ diese Leidenschaft in sich tragen. Aber potentielle Pastoren sollten sie für gewöhnlich in einem höheren Maße haben.

Traurigerweise wollen viele aus unheiligen Motiven Pastoren werden: Diese beinhalten eine Liebe zu Büchern, den Drang sich selbst einen Namen zu machen, oder ein Bibelschullehrer zu werden. Beim letzten Punkt weis ich, dass es auch Ausnahmen gibt. Dennoch mache ich mir manchmal Sorgen, wenn Seminarstudenten anfangen ihr Begehren auszudrücken Lehrer von Pastoren zu werden ohne selbst je einen Tag im Pastorendienst verbracht zu haben.

2. Hast Du einen Christus- ähnlichen Charakter?

Hast Du die Früchte des Geistes in Deinem Leben (Gal. 5,22-24)? Sagen die Personen die Dich kennen, dass sie eine Veränderung zum Bild Christi bei Dir sehen? Niemand ist in allen Bereichen des Charakters stark. Aber wenn ich eine TOP 3 Liste von nichtverhandelbaren Charaktereigenschaften machen sollte, dann würden diese (a) Liebe, (b) Liebe, und (c) Liebe sein. Natürlich sind Heiligkeit, Integrität, Geduld und Weisheit auch sehr wichtig. Aber ohne ein mit Liebe gefülltes Herz wirst Du nie ein Hirte von Schafen sein.

3. Hast Du geistliche Reife (1. Tim 3,6)?

Wenn junge Männer sich bekehren, fangen sie oder andere oft an über den Dienst zu reden. Es gibt Ausnahmen dieser Regel, aber generell ist es am besten wenn junge Männer einige Zeit damit verbringen als Christen „in der Welt“ zu arbeiten bevor sie dem Ruf in den Dienst folgen. Auf diese Weise werden sie geistliche Reife entwickeln, die sie sich nicht im bloßen Seminarbesuch aneignen können. Auch nur ein paar Jahre unter nichtbekehrten Leuten zu arbeiten hat einen schnellen Reifungseffekt auf den christlichen Charakter. Es hilft auch Einfühlungsvermögen mit Christen zu bekommen die dazu berufen sind Salz und Licht in Fabriken, Büros, usw. zu sein.

4. Hast Du die nötigen Gaben (1. Tim. 3,1-7; Titus 1,6-9)?

Eine der hilfreichsten Übungen die ich in meinem Unterricht über den Christlichen Dienst durchführte war, die Studenten damit zu beauftragen eine Jobbeschreibung basierend auf den Charaktereigenschaften und Gaben der oben genannten Bibelstellen zu erstellen. (Vielleicht werde ich einige meiner Studenten nach der Erlaubnis fragen einige ihrer Beiträge in einem zukünftigen Artikel zu veröffentlichen). Ich habe gemerkt, dass eine der immer wiederkehrenden Gaben die der Selbstbeherrschung ist. Es ist so unglaublich wichtig für das Zeitmanagement im Pastorendienst. Gerade weil wir dann keinen Chef oder Professor haben, der uns beschäftigt hält. Wenn Du bekannt dafür bist zu spät zur Arbeit oder zu Treffen zu kommen, oder wenn Du regelmäßig zu spät Deine Arbeiten abgibst, was denkst Du dann, aus welchem Grund sich das plötzlich ändern sollte, wenn Du eine Predigt jeden Sonntag um 10:00 Uhr halten sollst?

Eine andere unerlässliche Gabe ist Schlichtheit. Bist Du in der Lage mit einfachen Worten zu predigen und zu lehren? Ich rede hier nicht von „verblöden“. Ich rede darüber profunde Wahrheiten zu nehmen und sie in eine einfache, klare Sprache zu übersetzen (wie Jesus es auch tat). Manche Leute scheinen eine gegenteilige Gabe zu haben, die Gabe einfaches kompliziert und verwirrend zu machen. Wenn das Deine Gabe ist, dass belaste die Gemeinde Jesu Christi bitte nicht damit.

5. Nachweisbare Erfolge

Das hat was mit (3.) von oben zu tun. Wie auch immer, ich möchte hieraus einen Extrapunkt machen um die Bedeutung davon hervorzuheben wie wichtig es ist sich in weniger öffentlichen Bereichen des christlichen Dienstes bewährt zu haben. Wenn ein junger Christ nicht in der Sonntagsschule lehren möchte, oder nicht im „Hofreinigungsteam“ mitmachen möchte, oder sich selbst von Gemeindeevangelisations-Veranstaltungen entschuldigt, dann passt er nicht in den Dienst das Wort zu predigen. Wenn er nicht treu in den „kleinen“ Dingen ist, dann ist er auch nicht bereit für die „großen“ Dinge.

6. Bestätigung von aussen

Bevor Du den Dienst, oder ein Studium für den Dienst anpackst, solltest Du Input von deiner lokalen Gemeinde bekommen. Du solltest Deinen Pastor und die Ältesten darum bitten Dich in den Punkten 1.-5. von oben zu prüfen und Dir ihre objektive Meinung dazu zu sagen, ob Du die Eigenschaften eines Mannes hast, der in den Dienst berufen ist. Du solltest nach ihrer betenden und praktischen Unterstützung suchen während Du weitermachst. Wenn sie Zweifel oder Missbilligung zum Ausdruck bringen, solltest Du das für gewöhnlich für die Stimme Gottes halten die durch seine Gemeinde spricht.

Diese Liste nicht nicht vollständig, aber sie ist ein hilfreicher Anfang für jeden der sich selbst prüfen möchte um seinen „Ruf“ ins Pastorenamt zu prüfen.

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Den englischen Artikel kannst Du hier lesen: http://headhearthand.posterous.com/am-i-called-to-the-ministry

About Andreas Fronius

Andy ist der Jugend-Pastor in der Crossroads International Church of Basel und arbeitet für Young Life Schweiz. Seine Leidenschaft gilt dem predigen und ausrüsten junger Leute für eine effektive Jugendarbeit. Du kannst dir seine Jugendarbeit hier ansehen: redbasel.ch.

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